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Güstrower Anzeiger

20. November 2017 | 06:49 Uhr

Güstrow : Güstrower Schätze für alle Welt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Titel der Historischen Bibliothek werden in die Datenbank des gemeinsamen Verbundkataloges eingepflegt.

von
erstellt am 14.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Wenn Bibliothekare in einer Cloud zusammenarbeiten, Titel erfassen, abgleichen, digitalisieren – dann kann es kompliziert werden für Otto Normalverbraucher, gesteht Tilmann Weselowski von der Uwe-Johnson-Bibliothek. Am Ende aber geht es darum, das kulturelle Erbe zu erfassen und zu bewahren und es einer breiteren Masse zugänglich zu machen.

Die Bestände der Historischen Bibliothek sollen voraussichtlich im Mai national wie auch international recherchierbar sein. In einer Kooperation mit der Universitätsbibliothek Rostock werden die Güstrower Bestände bis 1850 in Rostock digitalisiert. 229 Titel sind dafür ausgewählt. Sie sind erst einmal als Unikate identifiziert. Das reicht vom Einblattdruck bis zu einem mehrere hundert Seiten starkem Buch. Wer im Verbundkatalog „aufschlägt“, erfährt auf der Suche nach einem bestimmten Titel schnell, in welchen Bibliotheken dieser vorhanden ist. „Demnächst wird auch Güstrow hier verzeichnet sein“, freut sich Weselowski. „Die Bestände der Historischen Bibliothek sind nicht wirklich bekannt“, betont Wesolowski. Das soll sich ändern. Das Einpflegen der Bestände in den Verbundkatalog, das sei ein Projekt, an dem bisher nur die großen Bibliotheken dran seien. „Wir sind sehr glücklich über die Kooperation mit der Universitätsbibliothek Rostock. So bekommen wir die Digitalisierung für lau“, berichtet Weselowski. So würden die Titel einer breiten Gruppe von Interessenten zur Verfügung stehen, ohne dass sie ständig durchgeblättert werden müssen. Das schont die Originale, die bei idealerweise um die 15 Grad Celsius im Dunkeln lagern. Wer sich beispielsweise die Vogelschau auf Güstrow aus dem Jahr 1706 aus der Analecta Güstrowinsia (eine Geschichte Güstrows) ansehen möchte, kann dies künftig in seinem Wohnzimmer tun. Weselowski zeigt einen Sachsenspiegel von 1595 und eine hessische Rechtsordnung von 1600 – zwei Titel in einem Buch. Bereit zur Digitalisierung liegen auch eine Geschichte Parchims von 1670, eine Kirchenordnung von 1552 und eine Schulprüfung von 1809. Nicht jedes Unikat sei gleichzeitig als besonders wertvoll einzustufen, für das „Theatrum Architekturae“ – ein Prachtexemplar! – gelte das aber schon, auch für Elias Schedius „Mecklenburg und seine incorporirten Landen“. Der Titel ist bekannt, wohl aber verschollen, berichtet Weselowski. „Ein Schüler der Domschule musste alles abschreiben. So war das damals“, fügt der Bibliotheksmitarbeiter hinzu. Auf diese Weise natürlich ein Unikat.

All das und noch viel mehr wird Tilmann Weseolowski morgen und am Sonnabend einem interessierten Publikum erzählen und zeigen. Die beiden Veranstaltungen des Kunst- und Altertumsvereins sind längst ausgebucht. Wesolowski hat einen Trost parat. Es gibt das Angebot „Bücherschätze“ für kleine Gruppen. Es kann über die Güstrow-Information gebucht werden.

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