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Freizeitbad Oase : Güstrower Oase steckt in Krise

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zusätzlicher Sanierungsbedarf von rund 1,5 Millionen Euro / Ab Oktober wegen Personalmangels zwei Tage die Woche geschlossen

von
erstellt am 05.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Dem Güstrower Freizeitbad Oase drohen schwerwiegende Probleme: Laut SVZ-Informationen weist ein aktuelles Baugutachten einen zusätzlichen Sanierungsbedarf in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro aus. Für die Zeit der Sanierung müsste das Bad zudem geschlossen werden. Diese Summe könnten die Stadtwerke Güstrow, zu denen die Oase gehört, nicht alleine finanzieren, sagt Jens-Hagen Schwadt, Mittwochabend zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke wiedergewählt. „Die Grenze der Stadtwerke ist erreicht.“ Unterdessen gibt es weitere schlechte Nachrichten: auf Grund Personalmangels muss die Oase ab dem 1. Oktober montags und dienstags für den öffentlichen Badebetrieb schließen.


Eingeschränkte Öffnungszeiten


Zwei Fachkräfte, darunter der langjährige Schwimmmeister Clifford Fordinal, hätten sich „beruflich neu orientiert“ und die Oase verlassen, informiert Frank Schlatz, Geschäftsführer der Freizeit- und Immobiliengesellschaft, einer 100-prozentigen Stadtwerke-Tochter, die die Oase betreibt. Der damit eingetretene Personalmangel führe dazu, dass die Aufsichts- und Verkehrssicherungspflicht nicht mehr gegeben sei. „Deshalb müssen wir das öffentliche Schwimmen und die Öffnungszeiten vorübergehend reduzieren“, so Schlatz. Händeringend suche die Oase gerade nach mindestens drei neuen Fachkräften Bäderbetriebe. Erst wenn die gefunden seien, könne das Bad wieder voll öffnen. Die mit der eingeschränkten Öffnung verbundenen Umsatzverluste will oder kann Schlatz nicht genau beziffern.

Schulen, Vereine und Schwimmkurse sind von der Schließung des öffentlichen Badebetriebs montags und dienstags nicht betroffen. Die Saunalandschaft öffnet an diesen beiden Tagen erst um 14 Uhr mit einem speziellen Tagestarif. Ebenfalls ausgenommen von dieser Notvariante sind die Oktoberferien. Hier hat die Oase wochentags durchgehend von 10 bis 22 Uhr und an Wochenenden von 10 bis 21 Uhr geöffnet.

Das Personalproblem in der Oase sei ernst, könne aber durch die zweitägige Schließung in der Woche abgefangen werden, sagt Jens-Hagen Schwadt. Es müsse so schnell wie möglich gelingen, neue Fachkräfte zu gewinnen, um den öffentlichen Badebetrieb wieder abzusichern.

Doch noch schwerer wiegt der zusätzliche Sanierungsbedarf, der jetzt bekannt wurde. Wo soll das Geld herkommen? Dafür werde gerade eine Beschlussvorlage für die Stadtvertretung erarbeitet, informiert Stadtwerke-Aufsichtsratschef Schwadt. Heißt: Die Stadt soll Geld geben. Anfang Oktober werde es darüber ein Gespräch mit Bürgermeister Arne Schuldt geben. „Es ist jetzt an der Zeit bauliche Veränderungen vorzunehmen“, sagt Schwadt. Doch das könnten die Stadtwerke nicht alleine bewerkstelligen. 1,2 Millionen Euro investieren die Stadtwerke bereits in die auf sechs Jahre angelegte technische Sanierung der Oase. Zudem muss noch bis 2019 ein Kredit zurückgezahlt werden. Und schließlich kommen die Stadtwerke jährlich für die Verluste der Oase auf. „Die Oase ist ein Zuschussgeschäft und wird es immer bleiben. Darüber sind sich alle klar“, sagt Schwadt. Dennoch stehe der Aufsichtsrat der Stadtwerke Güstrow voll hinter dem Freizeitbad.

Das unterstreicht auch Stadtwerke-Geschäftsführer Edgar Föniger. Trotz der derzeitigen Probleme sieht er die Zukunft des Güstrower Freizeitbades positiv. Allerdings macht er auch eine Einschränkung: „Die Zukunft ist positiv, wenn sich alle Seiten einig sind und am gleichen Ziel arbeiten und auch die Stadt Güstrow bzw. die Stadtvertretung sich zur Oase bekennt“, sagt Föniger auf SVZ-Nachfrage.

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