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Nach Brandkatastrophe : Güstrower helfen Familie Akan

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Türkische Familie hat bei Brandkatastrophe in Güstrower Altstadt alles verloren. Gestern Kuchenbasar und Musik in Innenstadt

von
erstellt am 20.Aug.2014 | 05:00 Uhr

Alles hat die achtköpfige Familie Akan bei der Brandkatastrophe vergangenen Donnerstag in der Güstrower Altstadt verloren (SVZ berichtete). In ihr Haus Markt 30, das bei dem Großfeuer teilweise zerstört wurde, können sie nicht mehr zurück, da es stark einsturzgefährdet ist. „Uns geht es richtig schlecht“, sagte Nermin Akan gestern gegenüber unserer Zeitung. „Es sind nicht nur materielle Dinge verloren gegangen, sondern auch viele Erinnerungen.“ Noch immer steht die Familie unter Schock. Um so dankbarer ist Nermin Akan, „dass die Menschen in Güstrow so hilfsbereit sind“. Ihre Familie ist zurzeit in Wismar untergekommen. Kirchgemeinden und Privatpersonen veranstalteten gestern am Borwinbrunnen einen Kuchenbasar, um der Familie zu helfen. „Ich kenne die Familie nicht – aber das ist egal. Diese Familie zu unterstützen ist für mich gelebte Nächstenliebe“, sagte die Güstrowerin Ramona Schörk, die den Kuchenbasar spontan organisiert hatte.


Erschüttert vom Schicksal der Familie


Schon vormittags herrschte großer Andrang. „Wir sind erschüttert von dem Schicksal der Familie“, sagte beispielsweise Petra Pietzsch, Mitarbeiterin der Tagesstätte „Die Brücke“ in Güstrow. Für die gesamte Einrichtung kaufte sie 25 Stück Kuchen auf einmal. „Als wir das von dem Kuchenbasar in der SVZ gelesen haben, haben wir gleich gesagt: Da müssen wir alle hin.“ Neben ihrer Hilfsbereitschaft hat Petra Pietzsch aber auch Angst: „In Güstrow haben schon oft alte Häuser gebrannt. Ich habe Angst, dass die Brandserie wieder losgeht.“ Bei vielen Güstrowern kommen gerade wieder diese Gedanken an die Jahre 2004/05 hoch, als ein Feuerteufel die Stadt in Atem hielt. Zahlreiche alte Gebäude in der Innenstadt fielen ihm zum Opfer – gefasst wurde der Feuerteufel nie. Doch laut Güstrower Polizei ist die Brandursache des jüngsten Brandes weiter unklar. Dennoch wird Brandstiftung nicht ausgeschlossen. Bei dem Feuer Donnerstagmorgen wurden das Eckhaus Markt 29 komplett und das Nachbargebäude der Familie Akan teilweise zerstört.

Am Stand des Kuchenbasars spendeten zahlreiche Passanten gestern auch einfach nur Geld. Gleichzeitig zogen Carolin von Alten-Reuss und Anna-Lena Dauber mit ihren Gitarren über den Markt und machten Musik. Auch sie sammelten für Familie Akan. „Wir machen das, um zu helfen und weil wir Spaß an der Musik haben“, so Anna-Lena Dauber.

Ramona Schörk war begeistert von der Spendenbereitschaft der Güstrower. Insgesamt kamen gestern 746 Euro zusammen. „Das ist Wahnsinn“, sagte sie. Auch Gemüsehändler Salih Akan, Cousin der betroffenen Familie, war überwältigt. „Die Güstrower haben uns schon so viel gespendet. Dafür bin ich unendlich dankbar. Es ist eigentlich nicht fair, noch mehr zu nehmen“, sagte er.


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