Güstrower bläst ins selbst gebaute Alphorn

Das achtköpfige Alphorn-Orchester: Baldur Beyer, Hans-Jürgen George, Eberhard Scheel, Klaus Schröder, Klaus Wißner, Rudolf Heidinger, Wolfgang Fellechner und Meike Scheel (von links). Fotos: Traudel Leske
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Das achtköpfige Alphorn-Orchester: Baldur Beyer, Hans-Jürgen George, Eberhard Scheel, Klaus Schröder, Klaus Wißner, Rudolf Heidinger, Wolfgang Fellechner und Meike Scheel (von links). Fotos: Traudel Leske

Hans-Jürgen George spielt und baut seltenes Instrument / „Mecklenburger Alphorn-Orchester“ gegründet

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17. März 2015, 06:00 Uhr

In der Witziner Kirche wurde vergangene Woche das erste „Mecklenburger Alphorn-Orchester“ gegründet. Und dabei ist mit Hans-Jürgen George auch ein Güstrower, der die hierzulande eher seltsam anmutenden Blasinstrumente mit Klängen erfüllt. Begründer ist der erste Alphorn-Bauer im nördlichsten Teil Deutschlands, Baldur Beyer aus Witzin (78).

Es sind acht Alphornbläser, die sich zu diesem ungewöhnlichen Musikkörper zusammengeschlossen haben: neben dem Güstrower und dem Witziner sind das Klaus Wißner aus Schwerin, Wolfgang Fellechner aus Mühlen Eichsen, Meike und Eberhard Scheel aus Retgendorf, Rudolf Heidinger aus Raguth sowie Klaus Schröder aus Lübzin. Gemeinsam wollen sie die Alpentradition im Norden publik machen, nachdem Baldur Beyer bereits vor fünf Jahren das erste Mecklenburger Alphorn-Trio gegründet hatte.

Beyer war auch der erste Erbauer eines Alphorns, dem schon bald weitere folgten. Ohne irgendwelche Vorkenntnisse oder Hilfen mauserte sich der Senior in seiner kleinen privaten Werkstatt zum Instrumentenbauer. Heute darf er es für sich in Inspruch nehmen, als einer der besten Alphornbauer zu gelten. Das bescheinigte ihm der Instrumentenbauer und Sachverständige Franz Schüssele aus dem Schwarzwald: „Ihre Instrumente sind etwas ganz Besonderes, da sie Qualität haben und nicht reißen können.“


Auf unterschiedlichen Wegen kennengelernt


Die acht Musikfreunde haben sich auf unterschiedlichsten Wegen kennen gelernt. Die meisten von ihnen spielen schon ein oder mehrere andere Instrumente. So hat sich das Ehepaar Scheel aus Retgendorf über die Kirchenmusik kennen und lieben gelernt. Meike Scheel spielt auch vorzüglich Trompete und Posaune. Das jüngste Mitglied, Hans-Jürgen George aus Güstrow, ist nach Baldur Beyer der Zweite, der sich sein Instrument selbst erbaute. Und jetzt ist er dabei, das Spielen zu erlernen. Das einzige Alphorn, das aus der Heimat dieser Klangkörper, der Schweiz, kommt, gehört Klaus Wißner aus Schwerin. Dieser arbeitete einst in der Schweiz und bekam von Freunden das Instrument geschenkt. Inzwischen beherrscht er es aus dem Effeff.

Am ersten Übungsprogramm wird noch gefeilt. Auch Auftritte – sowohl im großen Orchesterrahmen als auch in kleineren Formationen wie Zweier- und Dreiergruppen – sind bei Anforderung geplant.

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