Lüssow : Güstrower auf Weg nach Shodino

Thomas Körting (l.) leitet die Reisegruppe im Februar nach Shodino.
Thomas Körting (l.) leitet die Reisegruppe im Februar nach Shodino.

Helfer und Organisatoren reisen Anfang Februar nach Weißrussland – Shodino-Kinder kommen im Juni nach Lüssow.

von
24. Januar 2018, 12:00 Uhr

In wenigen Tagen ist es so weit – eine zehnköpfige Delegation aus der Umgebung Güstrows macht sich auf den Weg ins weißrussische Shodino. Es handelt sich hier um Organisatoren und Helfer, die schon viele Jahre bei der Betreuung der Kinder helfen, die seit 25 Jahren für einige Wochen in die Region Güstrow kommen. Vom 4. bis zum 11. Februar werden die Organisatoren in der weißrussischen Stadt weilen. Ihre Aufgabe wird es sein Kinder für den Erholungsaufenthalt auszuwählen. Nur dank vieler Unterstützer werden sich die Mädchen und Jungen in diesem Jahr wieder in Lüssow erholen können.

„Es ist so viel Geld auf dem Spendenkonto, dass der Aufenthalt der Kinder erst einmal gesichert ist“, informiert Thomas Körting als verantwortlicher Organisator als erstes seine Mitstreiter beim abendlichen Treffen im Lüssower Pfarrhaus. Die Kirchenregion Güstrow, Propstei Rostock, könne also wieder zwölf Kinder aus Shodino einladen, fügt er hinzu. Die Fahrt bzw. den Flug nach Weißrussland finanzieren die deutschen Helfer für sich natürlich alle selbst. „Ich koche nun schon viele Jahre für die Kinder, wenn sie hier sind, und wollte in diesem Jahr zum ersten Mal mit nach Shodino fahren“, erzählt Sigrid Pinke. Sie sei schon sehr gespannt auf das, was sie wohl erwarten wird.

Etwa 700 Kinder haben sich in den vergangenen Jahren in Rostock, Lüssow, Lohmen, aber auch Alt Sammit, Loppin, Twietfort und Hanstorf erholt. Gestartet war die Aktion, weil in vielen Familien durch die Nachwirkungen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1985 Krankheiten, Tod und Not Einzug gehalten hatten. Von 1992 bis 2009 war Frank Lehmann aus Dehmen für die Organisation der Erholungsfahrten für die Kinder aus Shodino verantwortlich. Danach hat diese Aufgabe Thomas Körting übernommen. Doch bei den Fahrten nach Weißrussland ist Frank Lehmann dennoch gern dabei. „Es haben sich inzwischen wertvolle Freundschaften entwickelt“, sagt er. Sein Plus: Er beherrscht die russische Sprache so, dass er sich gut verständigen kann.

Das kann auch Katharina Lange sehr gut. Als Russisch-Lehrerin war sie 2004 auf der Suche nach einer ehrenamtlichen Aufgabe und wurde hier fündig. Von 2007 bis 2011 war sie sogar im unweit von Shodino gelegenen Minsk als Lehrerin tätig und kann darum vor Ort auch immer einige Aktivitäten für die Güstrower Reisegruppe organisieren. „Die Leute sind freundlich, aufgeschlossen, offen und interessiert“, betont sie.

Die Unterbringung erfolgt immer bei Privatpersonen, die sich mit den deutschen Gästen verbunden fühlen. Für Gudrun und Harald Brungs wird es nicht das erste Mal sein, dass sie Shodino-Luft schnuppern. „Es ist immer schön dort und die Gastfreundschaft ist enorm groß, auch wenn wenig Platz ist“, sagt Harald Brungs.

In diesem Jahr sollen sich vom 5. bis 22. Juni weißrussische Kinder in Lüssow erholen. Zwei Betreuern werden sie begleiten. Über Unterstützung freuen sich die Organisatoren immer, unterstreicht Thomas Körting. Sei es finanzielle oder auch Hilfe in Sachspenden oder bei Ausflügen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen