Paralympics : Güstrower Arzt fliegt nach Rio

Zum fachspezifischen „Reich“ des Internisten gehört im KMG-Klinikum u.a. das Herzkatheterlabor.
Zum fachspezifischen „Reich“ des Internisten gehört im KMG-Klinikum u.a. das Herzkatheterlabor.

Dr. Rolf Kaiser vom KMG-Klinikum zum sechsten Mal als Mannschaftsarzt für die Paralympics berufen.

von
11. August 2016, 12:00 Uhr

Auf Reisen geht morgen der Ärztliche Direktor des KMG-Klinikums. In Hannover lässt sich Dr. Rolf Kaiser neu einkleiden. Für knapp zwei Wochen, vom 7. bis 18. September, wird dann die Arbeitskleidung des Güstrower Arztes die Olympiakluft des deutschen Paralympicteams sein. Für den Chefarzt der Inneren Medizin ist die Prozedur bereits Routine: Zum sechsten Mal bereits begleitet der Internist die besten deutschen Versehrtensportler zu ihren Olympischen Spielen.

Insgesamt neun Ärzte, die alle relevanten medizinischen Fachrichtungen abdecken, begleiten die 148 deutschen Athleten nach Rio de Janeiro. Dass der Güstrower Chefarzt erneut das Vertrauen von Funktionären und Sportlern bekommen hat, unterstreicht einmal mehr auch seine hohe fachliche Qualifikation. Einen Vorbereitungslehrgang für den außergewöhnlichen Einsatz absolvierte der Arzt am vergangenen Wochenende im Bundesleistungszentrum Kienbaum.

Der Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Sportmedizin engagiert sich schon ein Vierteljahrhundert für den Behinderten- und Rehabilitationssport. „Meine erste berufliche Station war die Universität in Heidelberg. Dort hatte ich am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar in diesem Bereich geforscht und mich so recht frühzeitig mit dieser Thematik befasst“, erzählt der aus Baden-Württemberg stammende Arzt. Nach Mecklenburg-Vorpommern kam Kaiser 1994, als er eine Stelle im renommierten Carlsburger Herzzentrum antrat. Vor zehn Jahren fand Dr. Kaiser, der weiter in Greifswald wohnt, den Weg nach Güstrow ans KMG-Klinikum. Seither ist der 53-Jährige zugleich ehrenamtlicher Landessportarzt beim Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport MV. Rolf Kaiser: „Dass elf Athletinnen und Athleten aus unserem Land an den Paralympics teilnehmen (vor vier Jahren waren es nur drei), macht mich stolz. Das ist ein großer Erfolg für unsere Arbeit in den letzten Jahren.“

In Rio wird er sich Rolf Kaiser, als Jugendlicher selbst ambitionierter Leichtathlet (6. Platz im Hochsprung bei Jugend-DM), vorrangig um die Sportler im Stadionrund kümmern. Neben solchen allgemein sportttypischen Krankheits- und Verletzungsbildern wie Infekten oder Muskelfaserrissen kommen auf das Betreuerteam der Paralympics die verschiedensten spezifischen Probleme eines Athleten mit Behinderung hinzu, etwa Epilepsien. An einen einzigen ernsthafteren Zwischenfall mit einem seiner Sportler kann sich Dr. Kaiser an Peking erinnern, wo ein Athlet mit schwerem Asthmaanfall in die Intensivstation musste. Natürlich gebe es auch einige ganz spezielle „Kandidaten“, die einer ständigen medizinischen Beobachtung bedürfen, doch allgemein steht der Güstrower natürlich mit seinem internistischen Wissen allen Athleten zur Verfügung.

So werden die Copacabana und Olympia für einen Betreuer der Paralympics natürlich alles andere als Urlaub. In Rio – am 1. September ist Abflug – ist rund um die Uhr Bereitschaft angesagt, nicht zuletzt sind die Ärzte bei Dopingtests gefragt. Von seinem Arbeitgeber werde er teilweise freigestellt, sagt Kaiser: „Das KMG-Klinikum gibt noch mehr Unterstützung, die den Sportlern zu Gute kommt.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen