„Güstrower Erkenntnisse“ : Güstrower als Ausstellungsthema

Hochschul-Projekt: Porträts und Interviews von Güstrowern in Galerie in Wismar

svz.de von
23. Dezember 2013, 06:00 Uhr

Es war ein groß angelegtes und bisher einmaliges Projekt: Mehr als zwei Semester arbeiteten Studenten der Hochschule Wismar an einer architektonisch-soziofotografischen Dokumentation über die Barlachstadt (SVZ berichtete). Mehr als 100 Güstrower wurden befragt und fotografiert, um einen gesellschaftlichen Querschnitt einer mecklenburgischen Kleinstadt zu bekommen. „Aus dem umfangreichen Textmaterial bekommen wir artenreiche Einblicke in die Welt von pensionierten Amtsrichtern, Fliesenlegern, Obdachlosen, Apothekern, minderjährigen Müttern, Hubschrauberpiloten oder Prostituierten, die aus Passion behinderte Menschen betreuen“, sagt Projektleiter Olaf Fippinger. Er eröffnete Freitagabend in der Galerie „Baumhaus“ in Wismar die Ausstellung „Güstrower Erkenntnisse – Mensch formt Stadt, Stadt formt Mensch“. Hier sind die Ergebnisse der Studie erstmals öffentlich zu sehen.

Gezeigt werden Porträt-Fotografien mit Interview-Texten von zahlreichen Güstrowern. „Was wir hier sehen, ist keine klassische Kunst. Weder haben wir das gelehrt, noch hatte ein Autor dies im Kopf, als die Arbeit entstand. Wir wollten die Menschen Güstrows kennen lernen. Vom einjährigen Säugling bis zur 100-jährigen Pensionärin“, sagte Fippinger bei der Ausstellungseröffnung. Entstanden sei „eine große Artenvielfalt an menschlichen Existenzbeispielen“. Mit den Porträts könne der Betrachter „direkt in die Persönlichkeit der Menschen blicken“.

Für diese kulturelle anspruchsvolle Studie ist auch ein Katalog erschienen. Die Ausstellung „Güstrower Erkenntnisse“ ist bis zum 12. Januar in der Galerie „Baumhaus“ in Wismar, Am Alten Hafen, zu sehen. Fippinger hofft, die Schau zeitnah auch in Güstrow zeigen zu können. „Vielleicht im Rathaus oder der Verwaltungsfachhochschule“, denkt er. Daran arbeite er.

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