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Güstrow will Leitstelle nach Bad Doberan verlegen

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erstellt am 02.Mai.2010 | 07:47 Uhr

Güstrow/Bad Doberan | Die Bildung einer Groß-Leitstelle für die Landkreise Güs trow und Bad Doberan sowie die Hansestadt Rostock am Standort in Rostock ist vorerst vom Tisch. Güstrow und Bad Doberan streben dagegen eine Zentralisierung des Rettungsdienstes ohne die Hansestadt an. Die beiden Landkreise wollen voraussichtlich noch in diesem Jahr eine gemeinsame Leitstelle bilden, vorgesehen am Standort in Bad Doberan.

2009 führten Güstrow, Bad Doberan und Rostock intensive Verhandlungen zur Zusammenlegung der drei Leitstellen (wir berichteten), seit Februar diesen Jahres nun unter Ausschluss des Rostocker Senats. Dem Güstrower Kreistag liegt für seine Sitzung an diesem Mittwoch ein Vertragsentwurf zur Bildung einer gemeinsamen Leitstelle mit dem Nachbarkreis vor. Begründung: Ohne Rostock sei eine solche gemeinsame Leitstelle billiger.

Gerade die Hansestadt hatte sich von der Zusammenlegung "erhebliche Einsparungen" erhofft, sagt Güstrows Vize-Landrat Rainer Boldt, insbesondere durch die Kostenteilung mit den beiden Landkreisen. Die argumentieren jetzt, ohne Rostock würden sie jährlich rund 30 000 Euro mehr einsparen. Gesamtersparnis für die beiden Landkreise durch die Zusammenlegung: zusammen rund 235 000 Euro. 2011 sollen Güstrow und Bad Doberan ohnehin zu einem Großkreis fusionieren.

Die Landkreise argumentieren auch damit, dass Verknüpfungen der Leitstelle mit anderen kreislichen Behörden bei einem Übergang nach Rostock verloren gingen. Die Dienstwege würden erheblich verlängert, eine direkte Einflussnahme des Landrates auf die Qualität der Arbeit in der Leitstelle "verhindert".

Güstrow und Bad Doberan warten noch auf eine Stellungnahme des Innenministeriums zum Thema. Gegenüber SVZ heißt es aus der Landesregierung, die beiden Landkreise sollten ihre Verhandlungen mit Rostock wieder aufnehmen. Der Alleingang Güstrows und Bad Doberans werde "von Eigeninteressen geleitet". Die Zweierlösung sei nicht "zukunftsfest" und entspreche nicht den heutigen technischen Standards. Die Versorgung der Bevölkerung dürfe nicht an Kreis- und Stadtgrenzen Halt machen. Drei zentrale Leitstellen gibt es bereits im Land (siehe Hintergrund). Die bisherigen Erfahrungen seien gut, sagt Marion Schlender, Sprecherin des Schweriner Innenministeriums.

Ein wesentlicher Grund für die Bildung von Regionalleitstellen in Mecklenburg-Vorpommern ist, dass erhebliche Einsparungen bei Personal- und Sachkosten erwartet werden. Bereits in den 90er-Jahren wurde deshalb ein entsprechendes Planwerk erarbeitet. "Gesetzlich vorgeschrieben ist die Zusammenlegung aber nicht", sagt Rainer Boldt. Auch die Krankenkassen haben Interesse an der Zentralisierung der Leitstellen. Sie tragen die Hälfte der Kosten. Den Rest zahlen die Landkreise bzw. kreisfreien Städte.

Güstrow und Bad Doberan haben sich vorerst auf einen gemeinsamen Standort in Bad Doberan geeinigt. "Das hat nichts mit der Entscheidung zum Kreissitz zu tun", sagt Rainer Boldt. Vielmehr gehe es da rum, dass die räumlichen und technischen Voraussetzungen in der Münsterstadt besser seien. Dies müsse nicht der endgültige Standort bleiben.

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