„Bürgerwehr“ : Güstrow unauffällig und ruhig?

Nach erster Patrouille einer rechtsextremen „Bürgerwehr Güstrow“ wollen Politiker den Ball flach halten

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07. April 2015, 21:00 Uhr

Aufregung in Güstrow? Eine rechtsextreme „Bürgerwehr Güstrow“, die in den sozialen Medien Ende März initiiert wurde, patrouillierte am Osterwochenende erstmals durch die Stadt. Die Polizei kontrollierte in dem Zusammenhang 27 Personen (SVZ berichtete). Nach dem ersten Auftritt in der Nacht zum Sonnabend, sei an den vergangenen Tagen und Nächten keine „Bürgerwehr Güstrow“ ausgemacht worden, erklärten gestern Gert Frahm von der Polizeiinspektion Güstrow.

„Güstrow ist unauffällig und ruhig“, betonte Bürgermeister Arne Schuldt auf Nachfrage. Einige wenige würden versuchen über das Thema Asyl Aufmerksamkeit zu bekommen und diese für ihre Zwecke zu nutzen. Schuldt wünscht sich, dass ihnen diese Aufmerksamkeit verwehrt bliebe. Es entstünde der Eindruck dass Güstrow unter Druck stehe. Dem sei nicht so. Aufgabe der Politik sei es, die Stadt zu entwickeln und dazu beizutragen, dass es allen Menschen hier gut geht. „Leider gibt es immer ein paar Verrückte. Wenn sie Straftaten begehen, ist das Sache der Polizei und des Staatsschutzes“, erklärt Schuldt. Anders als in Tröglitz (Sachsen-Anhalt), wo es einen Brandanschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim gab und die Polizei ermittle, sind „die Leute in Güstrow alle bekannt“. In der Stadt leben viele Asylbewerber und Flüchtlinge. Sie seien untergebracht. Die Kinder würden zur Schule gehen. Schuldt: „Es sind hier immer die gleichen Leute, die ihr Unwesen treiben. Sie wollen Gewalt auf die Straße tragen und wir sollten ihnen die Gelegenheit dazu nicht bieten.“

Stadt, Polizei und Landkreis stünden im ständigen Kontakt. Die Situation sei jetzt einfach zu beobachten. „Pegida ist auch vorbei. Und wir dachten erst die Welt geht unter“, sinniert Güstrows Bürgermeister.

„Wir haben die Gruppe fest im Auge“, betonte gestern noch einmal Polizeisprecher Frahm. Kontrollen hatten ergeben, das einige aus dem Personenkreis der rechtsextremen „Bürgerwehr Güstrow“ bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten sind. Es seien eindeutig die Falschen, die sich angeblich um die Sicherheit in Güstrow würden kümmern wollen, betont Frahm. Die Polizei schätzt die Sicherheitslage in Güstrow zudem als gut ein. 2014 sei die Zahl der Straftaten rückläufig gewesen. 2575 Straftaten stehen für 2014 in der Statistik, 2013 waren es noch 2755, informiert Frahm.

Als Versammlungsbehörde beobachte man wie auch die Polizei aufmerksam das Geschehen in Güstrow, erklärte gestern Lutz da Cunha gegenüber SVZ. Er wolle die Situation in der Barlachstadt nicht herunterspielen, sehe hier aber „keine bedrohlich aktive rechtsradikale Zelle“, so der Dezernent der Kreisverwaltung. „Natürlich müssen wir sehr genau aufpassen“, fügt da Cunha hinzu. Das Auftreten der rechtsextremen „Bürgerwehr Güstrow“ sei Angelegenheit der Polizei.  

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