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Gewerbeverein Güstrow : Güstrow-Schau erstmals abgesagt

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gewerbeverein will größte Gewerbemesse der Region nur noch alle zwei Jahre stattfinden lassen.

von
erstellt am 27.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Eine Güstrow-Schau 2017 wird es nicht geben. Hatten die Verantwortlichen des Gewerbevereins Güstrow noch bei der 10. Schau Anfang März beteuert, am jährlichen Rhythmus festhalten zu wollen, wird dieser jetzt sang- und klanglos beerdigt. Fakt ist: Die größte Gewerbemesse in der Region – als „Schaufenster der Wirtschaft“ angepriesen – hat in den vergangenen Jahren an Attraktivität verloren, obwohl der Gewerbeverein mit den Schwerpunkten „Ausbildung“ oder „Tourismus“ gegenzusteuern versuchte. Immer weniger Unternehmen nahmen teil. Große Wirtschaftsunternehmen der Region aus Industrie und produzierendem Gewerbe blieben der Messe schon länger fern.

„Wir haben uns darauf verständigt, die Güstrow-Schau nächstes Jahr ausfallen zu lassen“, sagt Axel Wulff, Vorsitzender des Gewerbevereins Güstrow. Schon jetzt gäbe es viele Absagen von Unternehmen für die 11. Schau 2017. „Wir werden auf einen zweijährigen Rhythmus umstellen. Das finden auch die Firmen besser“, sagt er. Die Kraft sei bei vielen Unternehmen nicht vorhanden. Alle hätten voll zu tun und könnten ihre Mitarbeiter nicht für ein ganzes Wochenende in der Sport- und Kongresshalle abstellen. Vielleicht werde nächstes Jahr etwas fehlen, denkt Wulff, aber man wolle dem Güstrower Gewerbe 2018 wieder eine Plattform mit der Güstrow-Schau bieten.

An der Attraktivität der Messe zweifelt er nicht. Gerade in diesem Jahr sei die Güstrow-Schau mit zahlreichen Aktionen durchaus attraktiv gewesen. „Ob die Messe unattraktiv ist, muss jeder für sich selbst entscheiden“, sagt Wulff. Natürlich habe es die Vision gegeben, die Schau noch größer zu machen, aber dafür fehle einfach die Kraft. Auch auf Seiten des Gewerbevereins selbst, der die Messe immer ehrenamtlich organisiere, unterstreicht der Vorsitzende. Für die Güstrow-Schau in zwei Jahren gibt er die Devise aus: „Wenn wir das Niveau der vergangenen zehn Jahre halten, sind wir auf einem guten Weg.“ Eine Neudefinition der Gewerbemesse sei nicht notwendig.

Bei jeder Güstrow-Schau dabei war bisher die Güstrow-Card-Betreibergesellschaft. Geschäftsführerin Annegret Dräger kann den Schritt des Gewerbevereins nachvollziehen. „Wenn sich die Sache so nicht mehr trägt, sollte man auch so ehrlich sein und umsteuern“, sagt sie. „Man könne nicht „auf Krampf“ weitermachen, wenn die Güstrow-Schau von Bürgern und Unternehmen nicht mehr so angenommen werde.

Auch die Stadt und der Tourismusverein Güstrow waren immer auf der Messe vertreten. Zuletzt war auch der Tourismustag in die Schau integriert worden. Die Stadt präsentierte sich mit ihrer Wirtschaftsförderung und den Ausbildungsmöglichkeiten in der Verwaltung. „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Güstrow-Schau nur noch alle zwei Jahre stattfindet“, sagt Anett Zimmermann, Abteilungsleiterin Marketing, Kultur und Tourismus bei der Stadt sowie Vorsitzende des Tourismusvereins. „Die Organisation ist immer sehr aufwändig für alle Beteiligten.“

Der Messe fehle zudem das kaufkräftige Publikum, hat Anett Zimmermann bei der jüngsten Schau festgestellt. „Wir hatten viele regionale Erzeuger vor Ort. Aber der Absatz lief nicht so, wie sie sich das vorgestellt haben“, sagt sie. „Es wäre schwer, sie für nächstes Jahr wiederzugewinnen.“ Für die Stadt und den Tourismusverein sei es aber weiterhin eine Selbstverständlichkeit, sich auf der Gewerbemesse zu präsentieren – auch in einem zweijährigen Rhythmus.  

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