zur Navigation springen

Attraktivitäts-Ranking : Güstrow mit attraktiver Altstadt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Studie sieht Barlachstadt im Städtevergleich über dem Durchschnitt – online-affin ist der Güstrower eher nicht.

von
erstellt am 01.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Die Güstrower Innenstadt punktet mit Gastronomie, Freizeit- und Dienstleistungsangeboten, ist sauber, sicher und sehenswert. Mit einer Gesamtnote von 2,6 für die Attraktivität der Altstadt liegt Güstrow im Vergleich der Städte mit 25 000 bis 50 000 Einwohnern über dem Durchschnitt (2,8), wie eine Studie des Institutes für Handelsforschung Köln (IHF) belegt. „Gute Arbeit wird belohnt. Gründe für die überdurchschnittliche Bewertung der Attraktivität der Güstrower Innenstadt sind die seit Jahren konsequente Innenstadtsanierung und das enge Zusammenspiel aller Entscheidungsträger“, betont Bürgermeister Arne Schuldt.

Dass die Hansestadt Wismar in der Größenklasse mit einer Note von 2,1 für die Innenstadt die Nase vorn hat (SVZ berichtete) nimmt man in Güstrow neidlos zur Kenntnis. „Mit Wismar können wir uns nicht vergleichen, aber das Gesamtergebnis hat uns doch überrascht“, gesteht Anett Zimmermann, Abteilungsleiterin Marketing, Kultur und Tourismus. Güstrow darf sich im oberen Mittelfeld der Städte zwischen 25 000 und 50 000 Einwohnern – 30 nahmen bundesweit an der Studie teil – sehen. Einen konkreten Platz belegt die Barlachstadt damit nicht. „Ein Ranking war von den Teilnehmern nicht gewünscht“, erklärt Zimmermann.

An zwei Tagen – einem Donnerstag und einem Sonnabend im September 2016 – waren in der Innenstadt 371 Passanten befragt worden. Der durchschnittliche Besucher der Innenstadt ist danach 51 Jahre alt, überwiegend weiblich, kommt mit dem Auto in die Stadt und ist ein Einheimischer (70 Prozent). Die Mehrzahl der Befragten kommt täglich (35,5 Prozent) oder wöchentlich (40 Prozent) in die Stadt und kauft am häufigsten Lebensmittel, Drogeriewaren sowie Büro- und Schreibwaren ein.

Kritik: Parken und Ladenöffnungszeiten


Kritik gibt es an den Parkmöglichkeiten, den Ladenöffnungszeiten und dem Angebot verkaufsoffener Sonntage. „Das bestätigt uns, was wir lange schon wissen“, stellt Zimmermann fest. Deutlich werde in der Studie auch, dass Güstrower Kaufkraft von Städten in der Nachbarschaft abgeschöpft wird. Das betrifft insbesondere die Bereiche Bekleidung, Elektronik, Wohnen und Einrichtung sowie Sport, Spiel und Hobby. „Hier fehlen uns die Angebote in der Stadt“, sagt Zimmermann. Erst im vergangenen Jahr schlossen eine Sportgeschäft und ein Elektronikfachgeschäft. Bemerkenswert, dass mehr als die Hälfte der Befragten Bücher in Güstrow kaufen, ist doch gerade auf dem Büchermarkt der Onlinehandel besonders stark. Online einkaufen aber ist nicht so das Ding der Güstrower. Die sich daraus ergebenden Möglichkeiten haben das Einkaufsverhalten in der Innenstadt in den vergangenen zwei, drei Jahren nur wenig verändert. Nur 12,7 Prozent gaben an verstärkt online und nicht mehr in der Stadt einzukaufen. 36,8 Prozent kaufen zwar online ein, besuchen die Innenstadt aber unverändert häufig. 50,5 Prozent kaufen nie online ein. Anett Zimmerman: „Der Onlinehandel macht die Innenstädte nicht kaputt.“ Und: In Mecklenburg braucht es immer ein bisschen länger. Mit dem „Virtuellen Schaufenster“, ein Pilotprojekt der Barlachstadt, taten sich die Güstrower schwer. „Es ist ein innovativer Ansatz, das war uns klar. Der Bedarf ist noch nicht da“, schätzt Zimmermann ein. Man wolle aber dennoch an der Plattform festhalten.

Kostenfreies Wlan in der Stadt wünschte sich lediglich ein Drittel der Befragten. Damit rangiert Güstrow deutlich unter dem Durchschnitt in Städten gleicher Größenordnung (55 Prozent). Dennoch: Ein Hotspot auf dem Markt ist beschlossen und wird realisiert.

Die Ergebnisse der Studie will die Stadt Einzelhändlern, dem Gewerbeverein und Wirtschaftsverbände vorstellen – eine gemeinsame Veranstaltung ist für den 7. März geplant – und sie für jedermann ins Netz stellen. „Dann müssen wir sehen, inwieweit es Bedarf gibt, darüber zu diskutieren“, sagt Zimmermann.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen