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Eröffnungsbilanz : Güstrow ist 265 Millionen wert

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadt legt Entwurf der Eröffnungsbilanz und damit wichtige Grundlage für künftiges Wirtschaften vor

von
erstellt am 13.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Die Barlachstadt hat „einmal vollständig Kasse gemacht“, betonte Bürgermeister Arne Schuldt am Donnerstagabend vor der Stadtvertretung. Herausgekommen ist dabei eine Bilanzsumme von 264 Millionen Euro. Das könne sich sehen lassen, meinte Schuldt und wollte damit auch die Arbeit seiner vielen Vorgänger im Amt, die die Stadt recht ordentlich geführt hätten, wertschätzen.

Es ist die Umstellung des Gemeindehaushaltsrechtes von der Kameralistik (sie stellt Einnahmen und Ausgaben gegenüber) zur so genannten Doppik (die auch die Erhaltung des Vermögens in den Blick rückt – Abschreibungen müssen gebildet werden), die zu einer Eröffnungsbilanz zwingt. Zum 1. Januar 2012 war/ist diese für die Barlachstadt aufzustellen. Sie liegt nun im Entwurf vor.


Städtischer Wald ist 5,4 Millionen Euro wert


Ein Blick in das Zahlenwerk offeriert zum Beispiel, dass die Stadt über unbebaute Grundstücke mit einen Wertumfang von 17,4 Millionen Euro verfügt. Bebaute Grundstücke schlagen mit fast 40 Millionen Euro zu Buche. Wald und Forsten – rund 1000 Hektar – sind 5,4 Millionen Euro wert. An der Stelle bedauerte Schuldt, dass die Stadt zuletzt reichlich Wald „verloren “ habe. Immerhin seien es einst 4000 Hektar gewesen. Kunstgegenstände und Denkmäler der Stadt sind 2,3 Millionen Euro wert.

Mit 76 Millionen Euro steht das Infrastrukturvermögen (Straßen, Plätze usw.) in der Eröffnungsbilanz. Außerdem hebt Güstrows Bürgermeister Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 84,5 Millionen Euro und ein Sondervermögen (Städtischer Abwasserbetrieb, Barlachstiftung, Sondervermögen Altstadt usw.) von 31,2 Millionen Euro hervor. Weiterhin seien am Stichtag 1. Januar 2012 drei Millionen Euro auf dem Konto der Stadt gewesen. „Real verfügbares Geld“, betonte Schuldt.

Daneben tauchen in der Eröffnungsbilanz auch Rückstellungen für Pensionen und Beihilfen (8 Millionen Euro), sonstige Rückstellungen zum Beispiel für Altersteilzeit von knapp 4 Millionen Euro, aber auch für Gerichtsverfahren von 5,5 Millionen Euro auf. Auf hoher See und vor Gericht wisse man nie, was passieren kann, erklärte Schuldt.

Auch die Verbindlichkeiten wollte Güstrows Bürgermeister nicht unterschlagen: Aus Kreditaufnahmen sind dies 10,5 Millionen Euro einschließlich der „Oase“. Summa summarum könne die Stadt mit einer solchen Eröffnungsbilanz einen guten Start hinlegen, meint Schuldt. Die Stadt beabsichtige nun ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen mit der Prüfung der Eröffnungsbilanz und der städtebaulichen Sondervermögen zu beauftragen. Man wolle Sicherheit in die Prüfung bringen und erwarte auch Hinweise für die künftige Arbeit, erklärt Güstrows Bürgermeister. Schuldt geht davon aus, dass die Prüfung noch in diesem Jahr abgeschlossen wird. Die Stadtvertretung hätte dann ausreichend Zeit, die Ergebnisse der Prüfung zu diskutieren und die Eröffnungsbilanz rechtzeitig vor der Haushaltsdiskussion 2016/17 zu beschließen.


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