Güstrow : Güstrow im Kleinformat

Vor einigen seiner Güstrower Modelle steht Bernd Brüshaver. In den Händen hält er das Haus Gleviner Straße 3, das bei einem Brand im Februar 2017 zerstört wurde.
Vor einigen seiner Güstrower Modelle steht Bernd Brüshaver. In den Händen hält er das Haus Gleviner Straße 3, das bei einem Brand im Februar 2017 zerstört wurde.

Bernd Brüshaver hat bereits mehr als 50 Gebäude der Barlachstadt als Modell gefertigt.

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09. Oktober 2019, 05:00 Uhr

Im ehemaligen Büro von Bernd Brüshaver, jetzt sein Hobbyraum, entsteht Güstrow im Kleinformat. Über 50 Gebäude der Barlachstadt hat der Bauingenieur schon aus Pappe, Papier und Folie gefertigt. Darunter das fast komplette Ensemble des Marktplatzes, bei dem sogar das vor fünf Jahren bei einem Brand beschädigte ehemalige Lebensmittelgeschäft Hirsch nicht fehlt. Auch Wollhalle, Theater und Hauptpostamt entstanden detailgetreu im Maßstab zwischen 1:80 bis 1:100. Zurzeit hat der 73-Jährige die Heiliggeistkapelle in Arbeit.

„Ich habe mein Leben lang gebaut“

„Ich habe mein Leben lang gebaut“, erzählt Bernd Brüshaver. An den Modellen sitzt er, seit er vor vier, fünf Jahren in den Ruhestand gegangen ist. Davor hat der gelernte Maurer und studierte Bauingenieur Industriebauten errichtet. Er war von Anfang an dabei, als Ende der 70er-Jahre in Rövertannen ein neuer Landwirtschaftsbetrieb entstand, hat am Umspannwerk, in den Kleiderwerken, den Türenwerken und im Polstermöbelbetrieb in leitender Funktion gebaut. Auch fünf Jahre Arbeit am Flughafen Laage-Kronskamp stehen zu Buche. Ab 1993 hat er sich selbstständig gemacht.

Leidenschaft im Ruhestand wiederentdeckt

Weil er schon als Kind gern gebastelt hatte, entdeckte er die Leidenschaft in seinem Ruhestand wieder. „Ich nehme ein Maß von dem Gebäude, das ich als Modell fertigen will, und schätze die Höhe ab. Danach füge ich die Details so ein, dass sie auch vom Maßstab her passen“, schildert Bernd Brüshaver. So um die 20 Stunden reine Arbeitszeit veranschlagt er für ein Gebäude, manchmal wird es mehr, wenn die Aufgabe knifflig ist. Zur letzten Güstrower Kunstnacht hat er seine erste Ausstellung in der Buchhandlung „Welt im Buch“ gestaltet. „Das war ganz verrückt. Ich hole mir in dem Geschäft immer das neueste Buch aus der Reihe ‚Gutshäuser und Schlösser‘, die im Kruse-Verlag erscheint. Und da bin ich über mein Hobby ins Gespräch gekommen und habe das Angebot erhalten, meine Modelle zur Kunstnacht zu zeigen“, erzählt er. Über das Interesse und die Anerkennung der Güstrower habe er sich sehr gefreut. „Den ganzen Abend über kamen Besucher“, resümiert er.

Ein weiteres Projekt steht an: die Pfarrkirche

Wenn die Heiliggeistkapelle fertig ist, will der Hobbybastler das Marktensemble vervollständigen. „Die Pfarrkirche fehlt noch, aber die stellt auch eine Herausforderung dar“, ist er sich über die Schwere der Aufgabe bewusst.

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