Flüchtlinge : Güstrow: fünftes Flüchtlingsheim

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Im Langendammschen Weg soll eine weitere zentrale Gemeinschaftsunterkunft für 85 Menschen entstehen.

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30. August 2016, 21:00 Uhr

Überraschenderweise ist im Langendammschen Weg in Güstrow eine weitere Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge geplant. Den Abschluss eines Mietvertrages für das Gebäude wollen die Mitglieder des Kreisausschusses heute ab 16 Uhr bei ihrer Sitzung im Kreistagsgebäude in Güstrow behandeln. Der Kreistag muss dem Mietvertrag noch zustimmen. „Wann die neue Gemeinschaftsunterkunft im Langendammschen Weg mit 85 Plätzen eröffnet werden kann, ist derzeit noch unklar. Der Vertrag muss noch rechtlich geprüft werden“, informiert Michael Fengler, Sprecher des Landkreises Rostock, auf SVZ-Nachfrage. Es wäre dann die fünfte zentrale Unterbringung für Flüchtlinge in der Kreisstadt Güstrow.

Bisher gibt es in Güstrow drei Gemeinschaftsunterkünfte: im Waldweg (125 Plätze), in der Demmlerstraße (68 Plätze) sowie das kürzlich eröffnete Flüchtlingsheim in der Hamburger Straße mit einer Kapazität von 76 Plätzen. Für Oktober ist zudem die Eröffnung einer weiteren Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Hauptgebäude der Stadtwerke Güstrow in der Glasewitzer Chaussee vorgesehen. Hier sollen bis zu 206 Flüchtlinge unterkommen. Damit entsteht hier die bisher größte zentrale Flüchtlingsunterkunft in der Barlachstadt und im gesamten Landkreis Rostock (SVZ berichtete).

Jetzt also ein fünftes Flüchtlingsheim im Langendammschen Weg in der Schweriner Vorstadt, trotz sinkender Flüchtlingszahlen. „Wir brauchen weitere Gemeinschaftsunterkünfte, um neue Flüchtlinge unterbringen zu können. Dieses Jahr wurden dem Landkreis bereits 763 Menschen zugewiesen“, so Fengler. „Und diese sollen zukünftig hauptsächlich in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden.“ Gemeinschaftsunterkünfte müssen per Gesetz eine Auslastung von mindestens 70 Prozent haben. „In allen Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis (neben denen in Güstrow drei in Bad Doberan und eine in Jördenstorf, Anm. d. Red.) liegt die Auslastung deutlich über 70 Prozent“, sagt Fengler.

Gleichzeitig reduziert der Landkreis seinen dezentralen Wohnungsbestand für Asylbewerber in kleinen Gemeinden und Städten zu Gunsten von Gemeinschaftsunterkünften. „Der Landkreis muss den dezentralen Wohnungsbestand runterfahren – aus Kostengründen. Wir müssen mit Steuergeldern sparsam und wirtschaftlich umgehen“, sagt Michael Fengler. Immer mehr Flüchtlinge, vor allem aus Syrien, erhalten ihre Anerkennung. Die Anerkennungsqoute bei den syrischen Kriegsflüchtlingen liegt bei 98 Prozent. Menschen, die bisher dezentral in Wohnungen mit dem Landkreis als Mieter untergebracht waren, müssen sich, wenn sie anerkannt sind, selbstständig um einen Mietvertrag kümmern. „Sie werden behandelt wie ALG II-Empfänger und werden durch das Jobcenter betreut“, erklärt Fengler. In Zusammenarbeit mit den Wohnungsunternehmen helfe der Landkreis, für die anerkannten Flüchtlinge Wohnungen zu finden, so Fengler.
 

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