Güstrow erweist sich als WM-tauglich

Start zum 8. Lauf bei der Qualifikation für   den Speedway-Grand-Prix:  vorne Kjastas Puodzuks (r., Lettland) und Piotr Pawlicki (2.v.r., Polen)
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Start zum 8. Lauf bei der Qualifikation für den Speedway-Grand-Prix: vorne Kjastas Puodzuks (r., Lettland) und Piotr Pawlicki (2.v.r., Polen)

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17. Juni 2012, 07:22 Uhr

Güstrow | Umringt von vielen Fans stand Kevin Wölbert noch gegen Mitternacht im Fahrerlager des Güstrower Speedwaystadions. Er freute sich über seinen Erfolg in der erstmalig in der Barlachstadt ausgetragenen Qualifikation für den Speedway-Grand-Prix. Zu diesem Zeitpunkt war das Rennen schon fast zwei Stunden vorbei, aber die Emotionen waren beim amtierenden deutschen Meister immer noch aufgewühlt: "Das war für mich ein schweres Rennen. Natürlich hatte ich den Heimvorteil auf meiner Seite, aber der Druck, vor dem eigenen Publikum zu fahren, war enorm hoch und machte mir die Sache nicht leichter. Nun bin ich einfach glücklich, dass ich die Qualifikation geschafft habe." Und es hätte fast noch zu einem Platz auf dem Siegerpodest gereicht, denn Wölbert stand nach 20 regulären Läufen mit weiteren drei Fahrern in einem Stechen um den dritten Platz in der Tageswertung. Unter dem Jubel der 3000 Zuschauer konnte er den Start gewinnen und wurde nur vom starken Dänen Mikkel B. Jensen im harten Zweikampf bezwungen.

Training wegen starken Regens abgesagt

Dass das Rennen überhaupt stattfinden konnte, war am frühen Nachmittag noch nicht klar. Wegen des Regens musste das für 14 Uhr angesetzte Training abgesagt werden und alle Fahrer gingen um 20 Uhr ohne aktuelle Bahnkenntnisse ins Match. Der Veranstalter verzichtete richtigerweise auf eine Fahrervorstellung, um das Rennen schnell durchziehen zu können. Wie sinnvoll diese Entscheidung war, zeigte sich am Ende, als der Regen zunahm. Aber die Bahn, die wieder einmal vom Team um Peter Gradert hervorragend präpariert worden war, hielt und überzeugte auch Jury-Präsident Andrzej Grodzki (Polen) und Schiedsrichterin Christina Turnbull (Großbritannien) von der WM-Würdigkeit des Güstrower Speedways.

Gewonnen wurde das Rennen vom jungen Polen Przemyslaw Pawlicki, der sein Können aufblitzen ließ und seine Gegner über die vier Runden genau studierte, um am Ende doch noch einen erfolgreichen Angriff zu starten. Für den aktuellen Grand-Prix-Fahrer Peter Ljung, der vor drei Wochen an gleicher Stelle den Pfingstpokal gewann, stand das Weiterkommen im Vordergrund: "Als ich nach drei Läufen die Qualifikation geschafft hatte, ließ ich mich auf nichts mehr ein und bin mit dem zweiten Rang sehr zufrieden. Ich fahre einfach gern auf der Güstrower Bahn, weil in jedem Rennen noch Verschiebungen möglich sind und ein Lauf wirklich erst nach vier Runden vorbei ist."

Weiterhin haben sich für die nächste Runde, die am 30. Juni in Vojens (Dänemark), Divisov (Tschechien) und Lonigo (Italien) ausgetragen wird, Kjastas Puodzuks (Lettland), Mads Korneliussen (Dänemark), Renat Gafurov (Russland), Dennis Andersson (Schweden) und Peter Kildemand (Dänemark) qualifiziert. Leider gehört Tobias Busch nicht zu dieser Gruppe und so war die Enttäuschung dem jungen Stralsunder deutlich anzumerken.

Ergebnis:

1. Przemyslaw Pawlicki (PL) 12, 2. Peter Ljung (SWE) 11, 3. Mikkel B. Jensen (DEN) 10+3, 4. Kevin Wölbert (D) 10+2, 5. Kjastas Poudzuks (LET) 10+1, 6. Mads Korneliussen (DEN) 10+0, 7. Renat Gafurov (RUS) 9, 8. Dennis Andersson (SWE) 9, 9. Peter Kildemand (DEN) 8, 10. Timo Lahti (FIN) 7, 11. Piotr Pawlicki (PL) 6, 12. Tobias Busch (D) 6, 13. Edward Kennett (GB) 5, 14. Tyron Proctor (AUS) 5, 15. Andzejs Lebedevs (LET) 2, 16. Alexej Kharchenko (RUS) 0, 17. Tobias Kroner (D) 0

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