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Abfallentsorgung : Güstrow bald ohne Wertstoffhöfe

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Standorte in Rövertannen und im Pfahlweg werden noch dieses Jahr geschlossen / Güstrows Bürgermeister sieht Landkreis in der Pflicht

von
erstellt am 01.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Zum Ende des Jahres wird es in der Barlachstadt Güstrow keine Wertstoffhöfe mehr geben – und nach Ansicht des Landkreises sei sogar davon auszugehen, dass die Stadt einige Zeit ohne Wertstoffhöfe auskommen müsse. Die bisherigen Standorte in Rövertannen und im Pfahlweg werden demnächst geschlossen. Wo die Einwohner künftig Bauschutt, Elektronikschrott, Kühl- und Gefriergeräte, Metallschrott, Papier, Pappe, Kartonagen, schadstoffhaltige Abfälle, Sperrmüll oder auch Gartenabfälle entsorgen können ist noch völlig unklar.

Nach jetziger Sachlage läuft der Vertrag zum Umschlag von Abfällen für den Wertstoffhof Rövertannen zum 31. Dezember 2015 aus. Eigentümer ist die Stadtentsorgung Rostock. „Zukünftig wird es keinen Abfallumschlag mehr geben. Damit verbunden ist jedoch der Betrieb des Wertstoffhofes. Deshalb wird auch dieser zu diesem Zeitpunkt geschlossen“, informiert Kay-Uwe Neumann, Pressesprecher des Landkreises.

Die Eigentümer der Flächen des Wertstoffhofes im Pfahlweg, die Stadt Güstrow und die Alliance Healthcare, haben zudem mit Schreiben vom Juni bzw. Juli die Pachtverträge zum 31. Januar 2016 aufgekündigt. Zur Beräumung der Flächen müsse der Wertstoffhof bereits zum 1. November geschlossen werden, so der Landkreis. Hintergrund ist, dass das Gebiet südlich vom Pfahlweg und östlich angrenzend zur Südstadt erschlossen werden soll, damit dort voraussichtlich von einem privaten Investor 48 Einfamilienhäuser errichtet werden können. Die in dem gesamten Gebiet liegenden Grundstücke gehören zu einem großen Teil einem privaten Eigentümer und zu einem kleinen Teil der
Barlachstadt. „Zum Zweck der Erschließung und der anschließenden Vermarktung der Baugrundstücke sollen die städtischen Flächen an den Investor veräußert werden“, sagt Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt. Deshalb müsse der Wertstoffhof auf dem Gelände geschlossen und zurückgebaut werden.

Laut dem Landkreis erfolge derzeit in enger Abstimmung mit der Stadt Güstrow „die Sichtung und Prüfung von Flächen, die zum Betrieb eines Wertstoffhofes geeignet sind“. Die Beteiligten seien bestrebt, hierüber möglichst zeitnah Einvernehmen zu erzielen, heißt es. Nach den bisherigen Planungen soll es in Güstrow zukünftig nur noch einen Wertstoffhof geben. Doch wann dieser eröffnet werden kann steht noch in den Sternen.

Auch Arne Schuldt bestätigt Gespräche mit der Kreisverwaltung über den zukünftigen Standort des Güstrower Wertstoffhofes. Er sieht die Verantwortung dafür, dass Güstrow eventuell Ende des Jahres ohne Wertstoffhof dastehen wird, aber eindeutig beim Landkreis. „Wir haben Vorschläge für Ausweichstandorte gemacht: entweder im Bredentiner Weg oder in der Bredentiner Straße. Speziell im Bredentiner Weg haben wir ein städtisches Grundstück vorgeschlagen, das groß genug ist. Das Gelände ist zwar verwildert, aber mit geringem Aufwand herzurichten“, sagt der Bürgermeister. Die Entscheidung hierüber liege aber letztendlich beim Landkreis. Doch von dieser Seite sei bisher keine Reaktion gekommen. Der Landkreis müsse sich beeilen, schließlich müsse ja auch noch ein Bauantrag für den neuen Wertstoffhof gestellt werden, so Schuldt. Die Bearbeitung dauere erfahrungsgemäß ein Vierteljahr. „Deshalb kann es tatsächlich sein, dass es zeitweise in Güstrow keinen Wertstoffhof gibt“, sagt der Bürgermeister.

Neumann vom Landkreis entgegnet, dass das Angebot der Stadt erst seit vergangener Woche vorliege und noch nicht abschließend geprüft sei. „Zudem suchen wir auch nach anderen Standorten, aber es gibt noch nichts konkretes“, so Neumann.

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