zur Navigation springen

Barlachstadt Güstrow : Güstrow 263 Millionen Euro wert

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die jetzt erstmals vorgestellte Eröffnungsbilanz gibt einen Überblick über das gesamte Anlagevermögen der Barlachstadt.

von
erstellt am 01.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Nun hat Güstrow seine Eröffnungsbilanz: Rund 263 Millionen Euro ist die Stadt schwer. Auch eine Eigenkapitalrate von 208 Millionen Euro (stolze 77,91 Prozent) kann sich sehen lassen. „Ich bin ein klein bisschen überrascht, auf welch stabilen Finanzsäulen die Stadt steht“, lobte Stadtvertreter Gerhard Jacob, in der Vergangenheit lange Jahre Vorsitzender des Finanzausschusses. Die Stadtvertretung segnete am Donnerstagabend die Eröffnungsbilanz, die das gesamte Vermögen der Stadt zum Stichtag 1. Januar 2012 auflistet, ab.

Von einem „gelungenen Werk“, sprach Peter Schmidt als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Längst hätte die Eröffnungsbilanz fertig sein sollen, ist sie doch die Grundlage für die doppische Haushaltsführung, die die Kommunen in die Nähe eines Wirtschaftsunternehmens rückt. Sieben Jahre saß man daran, ließ Bürgermeister Arne Schuldt wissen. Diese Zeit habe man benötigt, auch weil die Verwaltung von wenigen Ausnahmen abgesehen, selbst die Bewertungen vornahm. Das Ergebnis bezeichnete Schmidt als „realistische Darstellung“. Die Stadt habe sich nicht reich, aber auch nicht arm gerechnet. Hintergrund: Nach der doppischen Haushaltsführung muss die Stadt wie auch ein Unternehmen Abschreibungen bilden, heißt Geld beiseite legen oder investieren, um das Vermögen zu erhalten. Wer sich reich rechnet, muss hohe Abschreibungen bilden. Wer sich arm rechnet wird als nicht leistungsfähig eingeschätzt, mitunter sogar als nicht kreditwürdig, erklärt Kämmerin Barbara Moll.

263 Millionen Euro ist die Stadt also schwer. Erfasst wurde alles – von Straßen und Plätzen über den städtischen Waldbesitz bis zu Schulen und anderen Gebäuden sowie den Beteiligungen der Stadt an kommunalen Unternehmen wie den Stadtwerken.

Zur Orientierung: Der Wald ist etwa 3,5 Millionen Euro wert. Die Straßenbeleuchtung schlägt mit 2,27 Millionen Euro zu Buche. Das Rathaus wird mit 297 000 Euro angegeben, das Bürgerhaus mit 458 000 Euro und die Sport- und Kongresshalle mit gut zwei Millionen Euro. Dabei sind jeweils nur die Gebäude berücksichtigt, nicht die Grundstücke, auf denen sie stehen.

Knapp 2,4 Millionen Euro ist das Stadtmuseum mit seinen Schätzen wert. Stolze 5,7 Millionen Euro trägt die Inselseeschule als Gesamtkomplex mit Sportanlage und Außenanlagen sowie Technik zum Anlagevermögen der Stadt bei. Die Feuerwehr (Gebäude, Fahrzeuge, Kleidung) ist 1,35 Millionen Euro wert. Für den gesamten Komplex des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) sind mehr als 2,2 Millionen Euro veranschlagt, für den Medienbestand in der Bibliothek schlagen knapp 80 000 Euro (Zeitwert) zu Buche.

Aufgeführt werden aber auch die Verbindlichkeiten der Stadt: 11,4 Millionen Euro. Das sind 384 Euro je Einwohner (Durchschnitt in Deutschland: 1700 Euro). Die geringe Verschuldung trage in erster Linie zur hohen Eigenkapitalrate bei, so Bürgermeister Schuldt, wecke nun aber auch Begehrlichkeiten, sich doch den einen oder anderen Wunsch kreditfinanziert erfüllen zu wollen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen