Abgeschnitten von der Welt : Güllewagen zerstört öffentlichen Weg

Mit dem Pkw ist für Marion Kauer kein Durchkommen zu ihrem Haus.
Mit dem Pkw ist für Marion Kauer kein Durchkommen zu ihrem Haus.

Güllewagen zerfährt öffentlichen Weg zu Gehöft in Hägerfelde Ausbau komplett zu „Brei“.

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03. November 2017, 20:45 Uhr

Seit zehn Tagen ist Marion Kauer mit ihrer Familie von der Welt abgeschnitten. Am 24. Oktober, berichtet sie, kam ein Trecker mit Güllewagen und zerfuhr den vom vielen Regen ohnehin schon aufgeweichten Sandweg, der zu ihrem Haus führt, komplett. 400 Meter liegen zwischen ihrem Gehöft in Hägerfelde Ausbau und der Straße. Nur mit Gummistiefeln gehe sie da einkaufen. Die Post habe sich schon festgefahren, ein Arztbesuch bei ihrer behinderten Tochter sei hoffentlich jetzt nicht nötig…

Seit 13 Jahren wohne ihre Familie in dem einzeln im Grund stehenden Haus zur Miete. Aber noch nie sei der Weg dorthin so kaputt gewesen. Zwar habe der Landwirt, der mit dem Ausbringen der Gülle ein Lohnunternehmen gechartert hatte, mit der Schaufel eines Radladers den Weg mal glatt gezogen, aber das helfe nicht: Der Weg bleibt unbefahrbar. Und den amtlichen „Ratschlag“, sie solle sich besser ein „hochbeiniges“ Auto beschaffen, wolle sie lieber nicht ganz ernst verstanden wissen.

Bürgermeister Karl-Heinz Kissmann kennt die Sorge der Familie Kauer in dem Ortsteil der Gemeinde Gülzow-Prüzen. Er habe vorige Woche selbst mit angesehen, wie der Landwirt versucht hatte, den „Brei“, wie er diesen öffentlichen Weg benannte, glattzuziehen. Kissmann: „Der Bauer war mit beim Vororttermin und sieht ein, dass das nicht geht. Er hat zugesichert, Abhilfe zu schaffen. Heute habe ich die Information, dass er am Montag Betonrecycling aufbringen will“, konnte Kissmann gestern am „heißen Draht“ der SVZ-Lokalredaktion berichten. Der Bürgermeister betont, er sähe das „als Notlösung, damit die Familie den Weg wieder befahren kann.“ Jetzt gehe es erst mal nicht um Schönheit, doch gesungen wären damit alle Messen noch nicht.

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