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Einwohner fassungslos : Gülle stinkt zum Himmel

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Nach Gülleaustritt sorgen sich Bürger in Reimershagen um Auswirkungen für die Umwelt und verlangen schnelleres Handeln

von
erstellt am 09.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Fassungslos steht Matthias Bandt in Stiefeln am Rande eines Maisfeldes. Vor nun bereits mehr als vier Wochen war aus einer so genannten Güllelagune eine größere Menge Gülle ausgetreten und lief von dem etwas erhöht gelegenen Erdbecken durch das Maisfeld in einen Bach. Zwar hätte die Umweltbehörde des Landkreises Sofortmaßnahmen zu Eindämmung der Katastrophe veranlasst, aber das reicht Matthias Bandt nicht aus. Die Gülle steht bis heute auf dem Feld.

„Aus meiner Sicht ist hier Gefahr im Verzug“, betont der Gemeindevertreter. Die Gülle fließe in den Bach und weiter in die Bresenitz – ein Bach, der schließlich den Breesener See – ein Naturschutzgebiet – durchlaufe und über die Mildenitz die Warnow erreiche. „Es gibt doch heute Technik, die es ermöglicht, die Gülle sofort abzupumpen“, denkt Matthias Bandt. Man müsse nicht warten, bis sie versickere. Warum nichts weiter geschehe habe man als Gemeindevertretung den Bürgern nicht erklären können, also bat man alle Beteiligten zu einem Vororttermin. Doch das Ergebnis befriedigt Matthias Bandt nicht.

Wie Kreissprecher Kay-Uwe Neumann gegenüber SVZ bestätigt, sei durch Erdaufschüttungen das Austreten von Gülle gestoppt worden. Außerdem sei der Vorfluter an der Stelle mit einem Schutzwall versehen worden. Das Landwirtschaftsunternehmen sei beauflagt, den Güllebehälter zu leeren und zu reparieren. Die ausgelaufene Gülle soll in den Boden eingearbeitet werden. „Das ist gängige Praxis“, betont Neumann. Für beides sei der Termin 17. Oktober gesetzt. Der Kreissprecher verweist außerdem auf eine wöchentliche Überwachung und die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens.

„Das dauert uns alles viel zu lange“, sagt Matthias Bandt. Er bezweifelt, dass hier in Reimershagen wirklich alles Erdenkliche getan wird. Auf 1000 bis 2000 Quadratmetern stehe weiterhin die Gülle. Es sei nicht der erste Vorfall zu Lasten der Natur. Schon seit einiger Zeit bekomme man das Trinkwasser aus Lohmen, weil es im Bereich Reimershagen zu stark belastet war. „Wir sind jetzt langsam frustriert“, stellt der Suckwitzer fest.

„Die Fristen sind aus unserer Sicht angemessen“, betont dagegen Kreissprecher Neumann. Zum einen seien die Sofortmaßnahmen zur Gefahrenabwehr ausreichend, zum anderen müssten auch den wirtschaftlichen Interessen des Landwirtschaftsunternehmens, das für SVZ nicht zu sprechen war, beachtet werden. Es habe abgewogen werden müssen, ob ein massiver Eingriff bei ohnehin bevorstehender Maisernte sinnvoll sei.


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