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Regionalschule Zehna : Gruselige Fotos und eklige Briefe

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Präventionsberaterin der Polizei vermittelt Schülern richtigen Umgang mit Internet.

von
erstellt am 14.Sep.2017 | 12:00 Uhr

Auf die Frage, wer denn ein internetfähiges Handy besitzt, gehen in der Klasse 5b die Arme hoch. Nur einer der zehn- und elfjährigen Schüler der Regionalschule Zehna besitzt gar kein Handy und schaut beschämt zu Boden. Fast täglich sind die Mädchen und Jungen, die gerade erst die Grundschule verlassen haben, auch in den so genannten sozialen Netzwerken unterwegs. „Whats App haben wir alle“, sagt Lara. Dass diese vielgerühmten sozialen Netzwerke auch ganz schnell asozial werden können, erklärte den Schülern in dieser Woche Carola Johannsen. Die Präventionsberaterin der Güstrower Polizei übte mit den Fünftklässler den richtigen und sicheren Umgang mit dem Internet.


Kettenbriefe mit üblen Drohungen


Carola Johannsen schaut in die Runde. „Was findet ihr gut und was schlecht am Internet?“, fragt sie die Kinder zum Einstieg. Positives kommt kaum, stattdessen sprudelt es beim dem Stichwort „Kettenbriefe“ aus den Kindern heraus. „In einem Kettenbrief stand, man wollte mir auflauern, wenn ich ihn nicht weiterleite“, sagt Ole. Seine Mitschüler nicken. Alle haben schon solche „Briefe“ auf ihrem Handy bekommen. Ole gibt zu, dass er auch schon einmal seine Mutter gefragt hat, ob sie bei ihm schlafen könne, weil ihm der Kettenbrief so viel Angst gemacht habe. „Gar nicht erst durchlesen. Auch solche Sprachnachrichten nicht anhören. Kettenbriefe sind dumm“, sagt die elfjährige Lara.


Cybermobbing topaktuelles Thema


Polizeioberkommissarin Johannsen merkt, dass sie den Nerv der Kinder getroffen hat. „Leute, die solche Kettenbriefe verschicken sind dumm“, sagt sie und blickt jedem der Schüler in die Augen. „Das Böse, was da drin steht, stimmt einfach nicht. Keiner lauert euch mit einem Messer auf!“ Eindringlich sagt sie den Schülern: „Niemals weiterleiten und sofort zu Mama und Papa gehen.“ Die Präventionsbeamtin weiß wovon sie spricht. Seit 20 Jahren ist sie Polizistin, seit vier Jahren tourt sie durch die Schulen des Landkreises von Rerik bis Teterow und leistet Aufklärungsarbeit. Zwei solcher Schulveranstaltungen hat sie pro Woche, erreicht damit bis zu 1200 Kinder und Jugendlichen pro Jahr. „Ich bin bis Ende des Jahres ausgebucht und habe auch schon die ersten Termine für 2018“, sagt Carola Johannsen.

Dabei sei das Thema Internet und Cybermobbing topaktuell. „Alle Kinder haben schon gruselige Fotos oder eklige Kettenbriefen bekommen. Das kann auch kriminelle Ausmaße annehmen“, weiß Carola Johannsen. Sie will den Schülern den richtigen Umgang mit dem Smartphone einschärfen. „Seid vorsichtig, was ihr postet oder kommentiert. Oder welche Fotos ihr ins Internet stellt. Einmal im Netz – immer im Netz“, sagt sie ohne erhobenen Zeigefinger. Sie will den Kindern das Internet nicht abspenstig machen, sondern sie auf die Gefahren hinweisen.


Jemanden im Internet fertig machen


In der Regionalschule Zehna arbeitet Carola Johannsen eng mit Schulsozialarbeiterin Cathrin Hübbe zusammen. „Oft kommen Schüler zu mir, die mir von Cybermobbing berichten. Das hat stark zugenommen“, sagt Hübbe. „Konflikte werden nicht mehr direkt ausgetragen, sondern über die sozialen Netzwerke.“ Das Internet würde eine große Plattform bieten, um jemanden fertig zu machen.

Damit es nicht so weit kommt, setzen Johannsen und Hübbe schon früh an. „Ab der 5. Klasse ist der richtige Zeitpunkt, um Medienkompetenz mit den Schülern zu trainieren“, sagt Carola Johannsen. „Alle verfügen heute über tolle Technik. Aber das birgt auch Gefahren. Und die versuche ich rüberzubringen.“  

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