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Güstrower Anzeiger

21. November 2017 | 16:57 Uhr

Güstrow : Grundstein für "Sonnenhof" gelegt

vom

Horst Hauschild zieht voraussichtlich im Sommer 2014 in den "Sonnenhof" ein. Für das Projekt mit Wohnungen für ältere und jüngere Menschen an der Ecke Baustraße/Armesünderstraße wurde gestern der Grundstein gelegt.

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erstellt am 02.Aug.2012 | 10:36 Uhr

Güstrow | Horst Hauschild zieht voraussichtlich im Sommer 2014 in den "Sonnenhof" ein. Für das ehrgeizige Projekt der Allgemeinen Wohnungsbaugenossenschaft (AWG) Güstrow mit Wohnungen für ältere und jüngere Menschen an der Ecke Baustraße/Armesünderstraße wurde gestern der Grundstein gelegt. Der Güstrower lebt seit 50 Jahren in der Südstadt. "Dann wohne ich im Zentrum unserer schönen historischen Altstadt, ich habe gute Einkaufsmöglichkeiten und ich bin dicht an kulturellen Ereignissen dran", freut sich der 75-Jährige heute schon über seine 55-Quadratmeter-Wohnung. Außerdem rückt Horst Hauschild näher an das Jahnstadion, denn er ist Fußballfan und arbeitete jahrelang als Übungsleiter beim VfL Grün-Gold. Der Güstrower war aber bei weitem nicht allein mit seiner Freude. Gestern kamen viele Genossenschaftsmitglieder zu der Grundsteinlegung, weil sie dort einziehen werden oder wollen, Die Hälfte der Wohnungen ist fest vergeben.

Bürgermeister Arne Schuldt legt sich mit Staatssekretären an

Daran, wie sich das Projekt entwickelte, erinnerte Vorstand Norbert Karsten. Alles begann 2008 als die Stadt den unteren Teil der Schnoienstraße zur Bebauung ausschrieb. 2009 lief ein Gestaltungswettbewerb. Das Ingenieurbüro Baupartner setzte sich unter fünf Büros durch. Am 23. Juni 2011 erteilte die Stadtvertretung der AWG nach europaweiter Ausschreibung den Zuschlag. "Damit war der Weg für das Vorhaben frei", erzählte Karsten. Das erwies sich aber als Irrtum. Eine Explosion der Kosten stellte die AWG vor die Fragen, sich vom Projekt zu trennen, die Ausschreibung aufzuheben, neu zu planen oder sich den neuen Bedingungen zu stellen. Die Gremien der AWG entschieden am 12. Mai 2012 einstimmig, den "Sonnenhof" zu bauen. Karsten: "Mit unserer bisher größten Investition stellen wir uns damit bewusst den Erfordernissen des Marktes nach altersgerechtem Wohnraum und geben einen weiteren Impuls für die Entwicklung der Kreisstadt."

Bürgermeister Arne Schuldt bestätigte ebenfalls "schlaflose Nächte" als es um die neue Kostenrechnung ging und das Projekt so festgefahren war, dass man dachte, die "Kiste nicht mehr aus der Baugrube zu bekommen". Aber dann schafften es Genossenschaft, Stadtvertreter, Planer, Architekten und Bauleute doch noch. "Das macht mich sehr glücklich", sagte der Bürgermeister. Schuldt machte auch Hoffnung für eine besseres Umfeld. Er nannte die Sanierung der Schnoienstraße in drei Abschnitten. "Schuldt: "Sie wird mit Pollern verkehrsberuhigt." Ebenfalls soll die Armesünderstraße saniert werden. Für ein umweltfreundliches Heizen mit Biogas wird ein neues Blockheizkraftwerk sorgen, das die Stadtwerke bis Jahresende 2013 errichten.

Zuvor aber machte der Bürgermeister seinem Herzen in Richtung der Staatssekretäre Jan Mücke, Berlin, und Stefan Rudolph, Schwerin, Luft. Solche Politiker seien immer da, wenn etwas gut gelaufen sei. Aber Montag, als die Pflegedienste in Güstrow gegen Kürzungen zum Betreuen alter und kranker Menschen in einer Region, die am Aussterben sei, demonstrierten, habe er als Politiker allein auf dem Markt gestanden.

Stefan Rudolph wertete die Vision Schuldts, dass eine Region aussterbe, als "Versprecher", weil es so nicht sei. Gerade der "Sonnenhof" liefere ein Beispiel und ordne sich in die Städtebauförderung gut ein. Rudolph nannte 110 Millionen Euro, die in Güstrow seit der Wende geflossen seien. Mit der Förderung des "Sonnenhofes" gebe man nur das Geld wieder zurück, was die Güstrower durch ihre Steuern bezahlt hätten, so Rudolph.

Jan Mücke ließ "sein Wegbleiben" von der Demo ebenfalls nicht unkommentiert. "Ich wäre gekommen, wenn ich es gewusst hätte", erklärte er. Und weiter: "Laden Sie mich ein, wenn es das nächste Mal wieder um Probleme geht." Den "Sonnenhof" wertete er als positives Beispiel, das in die Wohnungs- und Städtebaupolitik des Bundes passt. Mücke: "Es geht dabei um Bedürfnisse für ältere Menschen und junge Familien, um barrierefreies Wohnen und energieeffizientes Bauen." Ausdrücklich lobte er beim "Sonnenhof" das genossenschaftliche Engagement in Güstrow.

Zahlen und Fakten
• Die AWG baut 45 altersgerechte Wohnungen, sechs Wohnungen für junge Familien, eine Begegnungsstätte und ein Büro.
• Sie investiert sieben Millionen Euro, davon sind 44 Prozent Eigenmittel. Der Rest kommt vom Bund, vom Land und von der Stadt.
• Die V- und R-Bank Güstrow/Bützow hat ein Darlehen bereitgestellt.

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