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Bundeswettbewerb Landjugend : Grüne Berufe im Wettstreit

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Auftakt zu Regionalausscheiden im Bundeswettbewerb der deutschen Landjugend in Güstrow.

von
erstellt am 07.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Viel größer hätte die Aufregung für Michelle Netzel nicht sein können, als sie zeigen sollte, mit welchem Geschick sie einen Baum fällt, wie sie die Säge ansetzen muss, damit der Stamm genau dort zu Boden geht, wo er am wenigsten Schaden anrichten kann. Dabei stand sie nicht nur unter Aufsicht der Juroren, sondern außerdem von Politikern, Fachleuten aus Wirtschaft und Bildung, Journalisten und Fotografen. Heute fiel der symbolische Startschuss für den Bundeswettbewerb der deutschen Landjugend an der Fachschule für Agrarwirtschaft des Landes MV in Güstrow-Bockhorst. Den Regionalausscheiden folgen Vergleiche auf Landesebene und schließlich das Bundesfinale im Juni ebenfalls in Güstrow.

Die Forstwirte machten den Anfang. Den theoretischen Teil des Berufswettbewerbs hatten sie bereits absolviert, bevor es offiziell wurde. Im praktischen Teil mussten sie dann zeigen, wie man einen Baum zielgenau fällt, wie man die Kette einer Kettensäge wechselt sowie Kombinations- und Präzisionsschnitte ausführt. Elf angehende Forstwirte stellten sich den Herausforderungen. Das Forstamt Güstrow war nicht vertreten. „Ich arbeite gern draußen“, erklärt Michelle Netzel ihre Berufswahl. Sie habe schon an mancher Vorführung z.B. auf der Mela in Mühlengeez teilgenommen, aber so aufgeregt wie heute unter den Augen so viele Beobachter sei sie noch nie gewesen. Die Auszubildende im dritten Jahr kann sich vorstellen die alte Tradition der Pferderücker im Wald fortzuführen.

In den nächsten Tagen werden überall in Deutschland Regionalausscheide in den grünen Berufen stattfinden. Neben Auszubildenden und Fachschülern der Forstwirtschaft wetteifern auch jene aus den Bereichen Land- und Tier- sowie Hauswirtschaft. Der Bundesentscheid ist für alle Sparten auf den 11. bis 16 . Juni in Güstrow und Dummerstorf festgelegt. Gisela Spangenberg, Leiterin der Fachschule für Agrarwirtschaft MV, freut sich darauf. Seit 1949 gibt es am Standort Bockhorst die Ausbildung im Bereich der Agrarwirtschaft, erstmals werde hier der bundesweite Berufswettbewerb der deutschen Landjugend – es ist der 33. Wettbewerb – ausgetragen. Veranstaltet wird dieser berufliche Wettstreit alle zwei Jahre vom Bund der Deutschen Landjugend, dem Bauernverband und dem Landfrauenverband mit ihren Ländesverbänden sowie der Schorlemer-Stiftung.


Rund 10 000 Teilnehmer bundesweit


Den rund 10 000 Teilnehmern wünschte Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, viel Erfolg. Sie sieht eine große Aufgabe darin, den Menschen die Produktion von Lebensmitteln wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und dabei die Diskussion um eine moderne Landwirtschaft fair und respektvoll zu führen. „Für mich haben die grünen Berufe Zukunft“, betonte MV-Landwirtschaftsminister Till Backhaus in der Diskussion, auch wenn der Ausbildungsberuf Landwirt derzeit „nicht unbedingt im Trend liegt“. Zuletzt hätten nur knapp die Hälfte der Ausbildungsplätze besetzt werden können. Die Attraktivität des Berufes deutlicher als bisher herauszustreichen, darin sieht Landesbauernpräsident Detlef Kurreck eine wichtige Aufgabe.

Für die angehenden Winzer findet der Bundesentscheid übrigens auf dem Weingut Schloss Rattey, etwa 30 Kilometer östlich von Neubrandenburg, statt. Sefan Schmidt, Leiter des Weingutes, kann es kaum abwarten. „Ein Wettbewerb in Rattey ist schon ein Novum“, betont er heute. Schließlich sei Mecklenburg-Vorpommern nicht eben ein Weinland.

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