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Güstrower Anzeiger

24. November 2017 | 08:39 Uhr

Nach dem Sturm : Großes Aufräumen in Bellin

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die Motorsäge ist derzeit das wichtigste Utensil der Belliner. Der Grund sind eine Unmenge an umgestürzter Bäume. Auch die Kirche wurde durch den Sturm vom Dienstag beschädigt.

von
erstellt am 15.Mai.2015 | 21:00 Uhr

Die Motorsäge ist in diesen Tagen das wichtigste Utensil der Belliner. Auch gestern zeugte das Aufheulen der Sägen davon, dass noch immer an der Beseitigung der Sturmschäden vom Dienstag gearbeitet wird. An dem Nachmittag hatten extreme Sturmböen in der Region südlich von Güstrow enorme Schäden angerichtet (SVZ berichtete). Das Dorf Bellin hat es insbesondere getroffen.

„Sicher ist es nicht mit Bützow vergleichbar, aber nach dem Unwetter hat es hier ausgesehen, als hätte eine Bombe eingeschlagen“, sagt Ulrike Koch. Unzählige Bäume stürzten um, versperrten Straßen, beschädigten Gebäude, rissen Zäune nieder und beschädigten Mauern, erzählt die Bellinerin. Das Aufräumen geht weiter. Harry Fesner vom Bauamt des Amtes Krakow am See, der gleich am Mittwoch vor Ort die Schäden in Augenschein genommen hatte, geht davon aus, dass es noch zwei, drei Wochen dauern wird, bis alles weggeräumt ist. „Wir haben Baumpflegefirmen angeschrieben und um Angebote gebeten“, informiert Fesner, der von einem kleinen Tornado spricht. Dieser sei fast quer durch das Amtsgebiet gefegt.

Als erstes hatten am Dienstag die Feuerwehren dafür gesorgt, dass die oft wie Streichhölzer abgeknickten Bäume von den Straßen geräumt wurden. Gleich machten sich auch die Belliner auf ihren Grundstücken und darüber hinaus ans Werk. Am Schultenbruch hat der Sturm besonders gewütet. „Bei uns haben die umstürzenden Bäume den Zaun zerlegt. Dem Nachbarn versperren sie die Zufahrt“, erzählt Klaus Patzwall und legt kurz die Motorsäge aus der Hand. Zusammen mit dem Nachbarn Thomas Schneider ist er am Werk. Kerstin Patzwall und Marie-Luise Schneider helfen. „Es ist ein Naturereignis. Da kann man niemanden verantwortlich machen“, meint Klaus Patzwall. So ganz genau wisse man nicht, wer jetzt wo genau zuständig sei. Man räume erst einmal so weit auf, dass Schneiders wieder von hinten auf ihr Grundstück kommen und bei Patzwalls der Zaun repariert werden kann. Auch wisse man nicht, wohin mit dem ganzen Holz.

Stürmischer Auftakt für neuen Pastor
Von Harry Fesner erfuhr SVZ, dass es sich am Schultenbusch um ein Grundstück der BVVG handelt. Der Kontakt sei bereits geknüpft. Der Weg bleibe vorerst gesperrt. Jeder komme an sein Grundstück. Am Montag, so kündigt Harry Fesner an, werde man gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises in Bellin sein, um zu entscheiden, was weiter passiert. Manche Bäume seien großer Teile ihrer Kronen beraubt, andere stünden wie ein Torso da. „Einige stehen unter Naturschutz. Hier muss die Behörde entscheiden, ob die Bäume beschnitten oder ganz abgenommen werden“, erklärt der Bauamtsmitarbeiter und hofft auf Unterstützung durch die Naturschutzbehörde.

Aufgeräumt wurde gestern auch auf dem Friedhof. „Am Sonntag wollen wir Richard Rennert – 83 Jahre und Jahrzehnte lang Küster – verabschieden“, erzählt Pastor Jonas Görlich. Da müsse es ordentlich an der Kirche mit Friedhof aussehen. Das Eingangstor und die Schautafel habe es zerlegt. Ziegel sind vom Dach gestürzt. Ein Fenster sei von herumfliegenden Teilen durchschlagen worden, berichtet Jonas Görlich, der als Lohmener Pastor erst im Februar seinen Dienst antrat. Marian-Bernd Pries hatte das Unwetter am Dienstag auf dem Friedhof erlebt. Blitzschnell sei es gegangen. Die Schubkarre flog durch die Luft. Der Hagel prasselte herunter. Schutz suchte der Güstrower, der gerade die Nachfolge von Richard Rennert als Küster der Belliner Kirche angetreten hat, in einem Anbau der Kirche – einst Leichenhalle, heute Werkstatt. Man hatte auf dem Belliner Friedhof gerade erst die Hinterlassenschaften des letzten Sturms weggeräumt. „Ein stürmischer Auftakt“, stellt Jonas Görlich, der seine erste Pfarrstelle in Lohmen angetreten hat, für sich fest.

Weitere Artikel über die Unwetterschäden im Land finden Sie auf unserer Dossierseite zu dem Thema: www.svz.de/tornado

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