Güstrow : Große Solaranlage betriebsbereit

Den ganzen Tag über herrschte gestern rege Bautätigkeit auf der Freiflächen-Fotovoltaikanlage, hier auf dem B-Plangebiet „Glasewitzer Chaussee/Am Steinsitz“. Christian Menzel
Den ganzen Tag über herrschte gestern rege Bautätigkeit auf der Freiflächen-Fotovoltaikanlage, hier auf dem B-Plangebiet „Glasewitzer Chaussee/Am Steinsitz“. Christian Menzel

Gestern war es so weit. Da wurde die Betriebsbereitschaft für eine der größten Solaranlagen in MV signalisiert. Damit ging die Betreibergesellschaft auf Nummer sicher und vermied eine mögliche Kürzung der Förderung.

svz.de von
28. Juni 2012, 10:57 Uhr

Güstrow | Gestern Abend war es so weit. Da signalisierte Projektleiter Wolfgang Zerr für die drei großen Fotovoltaikanlagen in der Glasewitzer und der Plauer Chaussee in Güstrow die Betriebsbereitschaft. Damit ging die Betreibergesellschaft, die Wirsol Solar AG, auf Nummer sicher und vermied eine mögliche Kürzung der Solarförderung, die derzeit im Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag diskutiert wird.

In den vergangenen sechs Wochen liefen die Bauarbeiten auf den ehemaligen Klärteichen der Güstrower Zuckerfabrik und auf der stillgelegten Deponie in der Plauer Chaussee auf Hochtouren. Bis Anfang Mai waren die drei Felder mit einer Gesamtfläche von zirka 70 Hektar für die Montage der zirka drei Meter hohen Solartische vorbereitet worden. "Auf der B-Plan-Fläche Glasewitzer Chaussee/Am Steinsitz’ haben wir 87 120 und auf der gegenüberliegenden Fläche, die früher der Verregnung des Prozesswassers diente, noch einmal 26 136 Module installiert. In der Plauer Chaussee als kleinster Fläche wurden 14 520 Module angeordnet", berichtet Zerr. Der 28-Jährige bekennt, dass er in den zurückliegenden Wochen "nur die Baustelle gesehen hat". Dass Deutschland bei der Fußball-Europameisterschaft noch im Rennen ist, habe er aber schon mitbekommen, schmunzelt er.

In Güstrow ist somit innerhalb kurzer Zeit eine der größten Solaranlagen in Mecklenburg-Vorpommern entstanden. "Wir erbringen hier eine elektrische Leistung von insgesamt knapp 30 MWpeak. Das reicht aus, um 7450 Vier-Personen-Haushalte mit Energie zu versorgen", sagt Zerr. Betriebsbereitschaft bedeutet aber noch nicht, dass die Anlage sofort Energie einspeisen kann. "Betriebsbereit im Sinne des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes heißt, dass der Generator fest mit dem Wechselrichter verbunden ist", erklärt der Projektleiter. Damit wären auch die Forderungen für eine zurzeit gültige Solarförderung erfüllt. Im nächsten Monat ist noch vorgesehen, die Kabeltrasse und ein Umspannwerk zu errichten, so dass voraussichtlich im August die erste Energie ins Netz eingespeist werden kann. Dann werde es auch eine feierliche Einweihung der Anlage geben, versichert Wolfgang Zerr.

Stadtrat Andreas Brunotte, der sich gestern vom Fortgang der Arbeiten überzeugte, sieht viele Vorteile für die Barlachstadt. So seien bisher brach liegende Flächen wieder einer sinnvollen Nutzung zugeführt. Der Betreiber sicherte die Gründung von drei Tochtergesellschaften zu, so dass die Gewerbeeinnahmen in der Stadt bleiben. Auf eine Ausschreibung im Frühjahr 2011 hatte zunächst eine Entwicklungsgesellschaft den Zuschlag für die Flächen erhalten, die dann die Wirsol Solar AG mit ins Boot geholt habe. "Zuvor haben wir geprüft, ob die Flächen für die Holzbewirtschaftung genutzt werden können. Unsere Untersuchungen haben aber ergeben, dass damit nicht die notwendige Wirtschaftlichkeit erreicht wird", sagt Brunotte. So hat die Stadt die Flächen für 20 Jahre an die Solarfirma verpachtet.

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