Wolfgang Zwicker aus Güstrow liebt die TT-Bahn : Große Leidenschaft für Lokomotiven

<fettakgl>Wolfgang Zwicker lässt</fettakgl> auf einer 4,65 Meter langen und einen Meter breiten Platte seine Züge fahren.<foto>Sieglinde Seidel</foto>
Wolfgang Zwicker lässt auf einer 4,65 Meter langen und einen Meter breiten Platte seine Züge fahren.Sieglinde Seidel

Die Bahn ist Wolfgang Zwickers größtes Hobby geworden. Am Anfang stand für den Güstrower Modellbahn-Freund die Spur 0. Heute betreibt er eine TT-Modellbahn, sich und seinem Enkel zur Freude.

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22. Januar 2013, 10:06 Uhr

Güstrow | Beruflich hat er mit der Bahn nie etwas zu tun gehabt, dennoch ist es sein größtes Hobby geworden. Am Anfang stand für den Modellbahn-Freund die Spur 0 (Null). Heute betreibt Wolfgang Zwicker aus Güstrow eine TT-Modellbahn, sich und seinem Enkel zur Freude.

Achtung! Der Zug fährt ein. Vorsicht an der Bahnsteigkante! Am Bahnhof Teterow stehen einige Frauen, Männer und Kinder auf dem Bahnsteig, um in den D-Zug der Deutschen Reichsbahn einzusteigen, der soeben hält. Dies alles geschieht nur auf der Modellbahn-Platte von Wolfgang Zwicker. Der 70-Jährige hat heute eine Anlage mit analoger Steuerung in seiner Wohnung. Sie ist rund 4,6 Quadratmeter groß und wird per Block- und Fahrstraßenschaltung betrieben. Gerade jetzt in den Wintermonaten geht Wolfgang Zwicker gern in sein Zimmer und lässt Güterzüge, D-Züge der DR, aber auch ICE’s der heutigen DB AG Fahrt aufnehmen.

"Es war schon als Kind mein Wunsch, Lokomotivführer zu werden", erinnert sich der gebürtige Wittenberger. Doch ein Freund seines Vaters redete ihm diesen Wunsch aus. So lernte Wolfgang Zwicker den Beruf eines Betriebsschlossers im Nähmaschinenwerk in Wittenberge. Das alles aber konnte ihm die Leidenschaft für Lokomotiven und den Zugbetrieb nicht nehmen.

Alles begann mit einer Lok zum Aufziehen

Schon als Kind habe er mit Loren im Sand Gleise gebaut. "Dadurch habe ich dann wohl meine erste kleine Eisenbahn von den Eltern bekommen", erzählt Wolfgang Zwicker. Es war ein einfacher Kreis mit einer Lokomotive zum Aufziehen. Doch schon bald folgte die erste richtige Bahn der Spur 0. Es folgte H0, doch die sei auch ziemlich groß gewesen und in kleinen Neubauwohnungen musste man sowieso ideenreich sein, um eine Modellbahn unterzubringen, berichtet er.

1966 folgte ein weiterer Spurwechsel auf TT und diese Spur fährt Wolfgang Zwicker noch heute. Nun hat er auch genügend Platz für seine Bahn. "Viele Jahre war sie in einem Kleiderschrank eingebaut", sagt der dreifache Familienvater. Das sei nun nicht mehr notwendig.

Heute hat er ein Zimmer für sein Hobby eingerichtet. Dafür wurde sie noch einmal um 185 Zentimeter erweitert. Hin und wieder sind auch heute noch "Wartungsarbeiten" an Zügen oder der Anlage notwendig. Doch verändert wird jetzt nichts mehr.

Schon viele Modellbahnfreunde haben die Anlage von Wolfgang Zwicker gesehen. Schließlich präsentierte er sie bereits auf 20 Ausstellungen. "Zuletzt war ich 2008 auf der 30. Intermodellbau in Dortmund", erzählt der Modellbahner. 1972 zeigte er seine Modellbahn zum ersten Mal im Klubhaus der Eisenbahner in Schwerin. Gern erinnert er sich auch an 2002. Knapp drei Monate wurde damals eine Ausstellung im alten Stadtmuseum in Güstrow gezeigt. Einige Ehrungen heimste Wolfgang Zwicker ein, u.a. Urkunden für Ausstellungen und die Ehrennadel des Deutschen Modellbahnverbandes der DDR in Bronze.

Inzwischen ist das ewige Auf- und Abbauen Geschichte. Ausstellungen besucht er aber auch heute noch gern - aber eben als Gast und nicht als Aussteller. Und ein täglicher Blick auf die Plattform der TT-Modellbahner im Internet gehört ebenso mit dazu. "Da schaue ich gern täglich rein, welche Fragen andere Leute haben", sagt Wolfgang Zwicker. Hier wird auch zu Stammtischen eingeladen. Es werden "Fahrtage" bei Modellbahnfreunden organisiert. Hier könne man sich gegenseitig gut ergänzen. So hilft Wolfgang Zwicker jetzt gerade einem anderen bei einer Schaltung.

Und letztlich tut der Güstrower auch etwas für die Nachwuchsförderung. Wenn der achtjährige Enkel Alex zu Besuch ist, dann steuert er bereits vier Züge gleichzeitig. Sicher kann er sich einige Tricks von seinem Opa abschauen, um später einmal auch dieses Hobby weiter zu betreiben.

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