Festspiele MV in Schwiessel : Große Kammermusik im Schloss

Blick auf das wiedererstandene Schloss in Schwiessel.
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Blick auf das wiedererstandene Schloss in Schwiessel.

Klaviertrio Karénine und Tenor Ian Bostridge eröffnen neuen Spielort in Schiessel.

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10. August 2016, 12:00 Uhr

Gleich zwei fulminante Konzerte sind zum Auftakt im neuen Festspielort Schloss Schwiessel etwas abseits der B 108 zwischen Laage und Teterow zu erleben. Das im Tudorstil wieder aufgebaute Schloss bietet die perfekte Kulisse für stimmungsvolle Kammermusikkonzerte. Das französische Klaviertrio Trio Karénine, Ensemblepreisträger 2015, gastiertheute Abend zusammen mit musikalischen Freunden wie der Geigerin Alena Baeva und der Bratscherin Hélène Clément und Klavierquintetten von Schumann und Schostakowitsch. Morgen Abend treten der britische Tenor Ian Bostridge und der Pianist Sebastian Wybrew mit Schuberts Winterreise auf. Beide Konzerte sind ausverkauft. Karten könnte es nur noch auf gut Glück an der Abendkasse geben.

Das heutige Programm spannt einen Bogen von der Romantik bis ins 20. Jahrhundert. In einem Schaffensrausch entstand 1842 Schumanns Klavierquintett op. 44. Er widmet sich seiner Frau Clara. Das Klavierquintett g-Moll von Schostakowitsch entstand 1941, kurz bevor Hitler den Pakt mit Stalin brach und in Russland einfiel. Er versucht in dem Werk die Ereignisse dieser Zeit widerzuspiegeln.

Schuberts Winterreise, die morgen erklingt, ist eines der eindrucksvollsten und rätselhaftesten Meisterwerke der europäischen Kultur. Einst geschrieben für intime Momente im kleinen Kreis, füllt der Liederzyklus heute die größten Konzertsäle der Welt. Der Liederzyklus „Die Winterreise“ entstand 1827. Darin vertont Schubert den Gedichtzyklus von Wilhelm Müller in 24 Liedern.

Das Trio Karénine ist mehrfacher Preisträger des 62. Internationalen Musikwettbewerbs der ARD München (ein 2. Preis sowie drei Sonderpreise, keine Vergabe des 1. Preises) und wird für seine musikalische Authentizität sowie für sein besonders lebendiges Spiel von Kritikern und Musikerkollegen geschätzt.

1993 gab Ian Bostridge sein Debüt und 1995 sein erstes Solorecital in der Wigmore Hall. Als Konzertsänger tritt Bostridge bei den internationalen Festivals sowie in allen großen Konzertsälen der Welt auf, u. a. mit den Berliner Philharmonikern, den Wiener Philharmonikern und dem Chicago Symphony Orchestra.


Von der Ruine zu einem Prachtstück


Bisher war die Logik in Schwiessel ein bisschen auf den Kopf gestellt: Von den beiden Gutshäusern war das ältere (ein Fachwerkbau von 1735) besser erhalten als das neuere, das nur noch als Ruine zu besichtigen war. Letzteres wurde um 1850 von der Familie von Bassewitz im Tudorstil errichtet und in den 1930er-Jahren umgebaut. Nach 1945 fand das Gebäude bis 1985 als Wohn- und Verwaltungshaus Verwendung. Die Brandruine ging 2007 an einen neuen Besitzer, der dem Gemäuer in den vergangenen Jahren wieder zu alter Schönheit verhalf. Nun zieht mit den Konzerten der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern auch neues Leben in das wiedererstandene Prachtstück ein.

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