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Hochleistungskuh : Große Ehre für ruhige und unauffällige Kuh

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Milchkuh der Belliner Agrar GmbH mit einer Lebensleistung von 100 000 Litern Milch.

von
erstellt am 06.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Es gibt Kühe in den Ställen der Belliner Agrar GmbH in Bellin, Zehna oder Reimershagen, die kennt jeder. Sie sind sehr leistungsstark oder bereiten oft Sorgen, weil sie krank sind. Und dann gibt es Tiere, die überhaupt nicht auffallen. Eine solche Kuh stand gestern im Mittelpunkt. 100 000 Liter Milch hat sie bisher gegeben. Dafür bekam sie vom Milchkontrollverband (LKV) eine Scherpe um den Hals gehängt. 14 Jahre ist sie alt. Von ihrem Schlag hätte Landwirt Piet Ritsema gern einen ganzen Stall voll.

Die durchschnittliche Milchkuh wird fünf bis sechs Jahre alt. „Das ist eigentlich zu kurz, sagt Ritsema von der Belliner Agrar GmbH und fügt hinzu: „Da müssen wir noch besser werden.“ Dass es immer mal Ausnahmen gibt, liegt sicher an den Genen, aber insbesondere auch an einer guten Pflege. Schon zum fünften Mal war Angelika Fraß vom Milchkontrollverein Güstrow gestern bei der Belliner Agrar GmbH zu Gast. Nachdem die geehrten Vorgängerinnen es danach nicht mehr lange machten, hofft Ritsema, dass es diesmal anders wird. „Sie ist noch sehr vital“, betont er.

Zehn Kälber hat die Ausdauer-Hochleistungskuh zur Welt gebracht, sieben davon weiblich. Eine Tochterkuh ist noch auf dem Hof. Außerdem zählte Fraß drei Enkeltöchter, sechs Urenkeltöchter und ein Ururenkelchen auf. Den Belliner Milchbauern empfahl sie, einen wachen Blick auf diese Tiere zu haben. Was nicht ganz einfach bei der Größe des Unternehmens sein könnte. 1950 Milchkühe werden hier gemolken. Hinzu kommt die eigene Nachzucht, macht zusammen rund 3200 Rinder an den drei Standorten.

„Wir haben ein sehr schwieriges Jahr hinter uns, aber es wird besser“, betonte Ritsema gestern und spricht vom Milchpreis. Bis auf 19 Cent pro Liter war der abgerutscht. Inzwischen gibt es wieder 32 Cent. Und der Landwirt ist guter Dinge, dass er weiter steigt.

Seit einem Vierteljahr, so war gestern von Stephan Wolf zu hören, stabilisiere sich der Milchmarkt. In den vergangenen Jahren hatten mehr als 100 Betriebe in MV die Milchproduktion aufgegeben. „Heute werden rund 20 000 Kühe weniger im Land gemolken, insgesamt 157 000“, berichtet der Außenbereichsleiter beim LKV. Parallel zum Niedergang hätten andere Betriebe aber auch aufgestockt. Ein Milchpreis von 32 Cent würde bei größeren Betrieben in etwa die Kosten decken. Es bleibe aber kein Cent übrig, um das Defizit wieder abzubauen oder Geld für immer wieder notwendige Investitionen beiseite legen zu können. „Es bleibt schwierig“, schätzt Wolff deshalb die Situation der Milchbauern ein.

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