Trotz Firmenpleite bleibt Inhaber Walter Adam optimistisch : Großdruckerei Adam in der Krise

<fettakgl>Die Großdruckerei Adam in Laage</fettakgl> hat sich auf individualisierte Prospektwerbung spezialisiert. Laut Inhaber Walter Adam sei die Auftragslage in diesem Jahr so gut, dass bis zum Sommer neue Mitarbeiter eingestellt werden müssten. <fotos>Jens Griesbach</fotos>
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Die Großdruckerei Adam in Laage hat sich auf individualisierte Prospektwerbung spezialisiert. Laut Inhaber Walter Adam sei die Auftragslage in diesem Jahr so gut, dass bis zum Sommer neue Mitarbeiter eingestellt werden müssten. Jens Griesbach

Rund 50 Millionen Euro flossen in den Aufbau der Druckerei im Airpark Laage, davon knapp 15 Millionen Fördergelder des Landes. Mehr als 120 Menschen arbeiteten hier. Doch die Zeit der hochtrabenden Visionen ist vorbei.

svz.de von
21. Januar 2013, 06:45 Uhr

Laage | Als es im Jahr 2007 mit der Großdruckerei im Airpark Laage losging, hatte Inhaber Walter Adam große Visionen: Eroberung des skandinavischen Marktes, eine zweite Ausbauphase für die Rollenoffsetdruckerei mit zusätzlichen Jobs, eine riesige Ausbildungswerkstatt mit jährlich bis zu 30 Azubis, um den eigenen Firmennachwuchs heranzuzuziehen. Der Kurs stand auf Expansion, hatte Adam doch mit dem Bau der Druckerei in Laage die Kapazitäten seines Bruchsaler Unternehmens bereits mehr als verdoppelt. Rund 50 Millionen Euro flossen in den Aufbau des Laager Standorts, davon knapp 15 Millionen Fördergelder des Landes. Mehr als 120 Menschen arbeiteten mal im Airpark. Doch die Zeit der hochtrabenden Visionen ist für den Badener Adam vorbei. 2012 gab es erstmals Kurzarbeit und Entlassungen. Bei der Adam Nord GmbH in Laage sind heute lediglich noch 57 Mitarbeiter beschäftigt. Vergangene Woche mussten die Mutterdruckerei Bruchsal und damit auch die Schwestergesellschaft Laage Insolvenz anmelden (SVZ berichtete).

Krisenmanagement mit viel Optimismus

Dennoch verbreitet Unternehmer Adam weiterhin Optimismus. Zwecks Krisenmanagement flog er gestern extra nach Laage, um bei einer Pressekonferenz zu verkünden: "Die Auftragslage ist in diesem Jahr so gut, dass wir in Laage neue Mitarbeiter einstellen wollen." Trotz Firmenpleite gehe der Geschäftsbetrieb regulär weiter, die Druckmaschinen würden laufen, Entlassungen seien nicht geplant. "Wir konnten für dieses Jahr werthaltigere Aufträge requirieren", so Adam gestern. Zudem habe das Unternehmen "einen Großauftrag an Land gezogen", der zu zwei Dritteln in Laage abgearbeitet werden solle. "Diesen Großauftrag können wir mit der aktuellen Mannschaft nicht bewältigen. Deshalb wird die Belegschaft bis zum Sommer aufgestockt. Dann startet der neue Großauftrag", sagt er. Wie viele neue Mitarbeiter gebraucht würden, wollte Adam noch nicht sagen. Positiv stimmt den Unternehmer aus Baden-Württemberg zudem, "dass alle Kunden mir in dieser Phase zur Seite stehen". Es gehe jetzt darum, die bestehenden Kunden zu pflegen und neu zu gewinnen.

Ausgangspunkt der Firmenkrise waren nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters, Andreas Fischer, mögliche Fehler in den Verträgen zum Kauf von zwei Druckmaschinen im Wert von 24 Millionen Euro. Die Druckerei habe dann nach einer falschen rechtlichen Beratung die Ratenzahlung eingestellt. Der Finanzierer habe den darauf folgenden Prozess gewonnen und sein Sonderkündigungsrecht wahrgenommen. Daraufhin sei die komplette Summe fällig geworden. "Was man auf Jahre abbezahlen will, kann man nicht auf einmal bezahlen", sagte Fischer gestern in Laage. Und Adam ergänzte: "Ich musste Insolvenz anmelden, weil ich so viele Millionen nicht auf den Tisch legen konnte." Der Insolvenzverwalter sprach gestern von einer "atypischen Insolvenz".

Das Insolvenzverfahren biete jetzt zunächst Vollstreckungsschutz, so Fischer weiter. Er rechne damit, dass die Phase des vorläufigen Insolvenzverfahrens Ende März beendet sei. "Ich hoffe, dass wir die Sanierung in diesem Jahr abschließen können." Fischer sieht bei der Druckerei Adam "eine gute Ausgangslage, um den Betrieb fortzusetzen". Mehrmals unterstrich er gestern die für dieses Jahr erwartete gute Auftragslage.

Die Rollenoffsetdruckerei Adam druckt Prospekte und Werbung für internationale Handelskonzerne und bezeichnet sich als Marktführer bei individualisierter Prospektwerbung in Deutschland. "Der Trend geht weiterhin zu individuellen Prospekten und dafür haben wir die Kernkompetenz", blickt Walter Adam positiv in die Zukunft.

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