Landkreis Rostock : Grippewelle rollt an

Gesundheit! Hoffentlich muss niemand die Ferien im Bett verbringen.
Gesundheit! Hoffentlich muss niemand die Ferien im Bett verbringen.

Die Zahl der Neuerkrankungen im Landkreis stieg in der vergangenen Woche stark an. Eine Zusatzimpfung wird bisher noch nicht empfohlen.

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02. Februar 2018, 20:45 Uhr

Die Grippewelle, sie rollt an, auch im Landkreis Rostock. In der vergangenen Woche habe es allein im Landkreis 42 Influenza-Neuerkrankungen gegeben, informierte Dr. Christin von der Oelsnitz, Leiterin des kreislichen Gesundheitsamtes. Zwar lägen nicht alle Daten taggleich vor, doch ein Vergleich demonstriere den aktuellen Trend: Waren bisher in dieser Grippesaison, also seit Oktober 2017, im gesamten Land Mecklenburg-Vorpommern 397 Menschen an Grippe erkrankt gemeldet, so lag der Anteil daran allein der Woche vom 22. bis 28. Januar bei 241 Menschen. Schlussfolgerung der Ärztin: „Wir sind mitten drin in der Welle.“

Allerdings lasse sich derzeit keine Prognose über die Entwicklung ableiten, wo wir am Ende der Grippesaison herauskommen könnten. Auch ein Vergleich zum Vorjahr könnte täuschen. Da waren zum Januar-Ende bereits ziemlich genau 1000 Menschen im Land mit einem Grippevirus infiziert. „Aber da ging die Saison früher los, und sie endete auch zeitiger, als es dieses Jahr vermutlich sein wird“, erinnert von der Oelsnitz. Dagegen gab es vor zwei Jahren bis zu diesem Zeitpunkt nur 188 Grippeerkrankte in MV. In diesem Jahr sieht die Kreisärztin einen eher „normalen Zeitraum“ für die Influenza-Ausbreitung, „aber dafür jetzt einen rasanten Anstieg“.

Den Zeitpunkt dafür sieht von der Oelsnitz als vielleicht sogar etwas glücklich an: Der Ferienbeginn könnte dafür sorgen, dass die Zahl der Neuerkrankungen nicht so stark anschwillt.

Die Amtsleiterin empfiehlt: Wer sich in dieser Saison bisher nicht gegen die Grippe impfen ließ, könne das nachholen. Unklar sei dabei nach wie vor die Frage nach einer so genannten Vierfachimpfung. Seit Tagen melden Medien, dass der in diesem Jahr von der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut empfohlene und in Deutschland ausgereichte Dreifachwirkstoff gegen zwei Virus-A-Stämme und einen B-Stamm nur eingeschränkt wirke, da entgegen der alljährlichen Vorhersage in diesem Jahr ein zweiter B-Stamm eine größere Rolle spiele. Unklar sei jedoch, ob und in welchem Maße der Vierfachimpfstoff jetzt zur Verfügung steht. In jedem Fall empfiehlt von der Oelsnitz, mit dem Hausarzt die Notwendigkeit zu besprechen, aber vorher die Kostenerstattung mit der Krankenkasse abzuklären.

Im Gesundheitsamt stehe der verbesserte Impfstoff nicht zur Verfügung. Ohnehin möchte das Gesundheitsamt jetzt den „Dreifachgeimpften“ die Empfehlung zu einer zusätzlichen Impfung nicht geben. Wer natürlich in dieser Saison noch gar keine Grippeschutzimpfung hat, für den wäre der Vierfachschutz eine Option. Von der Oelsnitz: „Das sollte aber immer im Einzelfall entschieden werden.“ Allerdings: „Wer sich schon angesteckt hat, dem hilft das dann aber auch nicht mehr.“ Von der Oelsnitz verweist auf eine rund zweiwöchige Inkubationszeit, bis der Impfstoff wirkt.

Unabhängig vom Impfstoff und wie der in diesem Jahr wirkt, hat von der Oelsnitz auch diese Zahlen noch unkommentiert parat: Von den 241 im Land neu Erkrankten seien 196 erwiesenermaßen gar nicht grippegeimpft gewesen, zwölf Menschen konnten auf einen Grippeschutz verweisen (beim Rest ist der Status nicht bekannt). Vom Influenza-B-Virus waren 193 Menschen betroffen. 37 vom A-Stamm. Bei elf Menschen sei das Krankheitsbild nicht differenziert.

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