Munitionsfund : Granaten im Sülzpfuhl entdeckt

Unterwasser-Aufnahme: Der Lichtschein einer Taschenlampe fällt auf eine der verwitterten Granaten.
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Unterwasser-Aufnahme: Der Lichtschein einer Taschenlampe fällt auf eine der verwitterten Granaten.

Hobbytaucher fanden am Wochenende schwere Munition in Rühn / Heute rückt der Munitionsbergungsdienst an

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01. Dezember 2014, 05:00 Uhr

Der Rühner Sülzpfuhl macht mal wieder von sich reden. Nachdem hier Anfang November ein menschlicher Knochen gefunden wurde (SVZ berichtete), machten nun die Hobbytaucher Frank Weidmann, Andreas Schuldt und Alfredo Jadzek eine weitere Entdeckung in dem kleinen an der Bützower Straße gelegenen Gewässer. „Wir haben mehrere Handgranaten, eine mittlere Granate in einer Art Halterung und auch eine große – ich würde schätzen rund einen Meter lange – Granate auf dem Grund des Sees entdeckt“, beschreibt Hobbytaucher Andreas Schuldt seinen Fund.

Gemeinsam mit seinen Teamkollegen Frank Weidmann (Güstrow) und Alfredo Jadzek (Witzin) taucht der Güstrower regelmäßig in die Tiefen der kleinen und großen Gewässer der Region ab. „Unser ,Team Hechtkönig‘ organisiert regelmäßig Veranstaltungen für Kinder. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben den Kleinen die Unterwasserwelt im Wandel der Jahreszeiten näher zu bringen“, erklärt Teamkollege Alfredo Jadzek. Zu diesem Zweck tauchen die Freunde gemeinsam ab und machen Unterwasser-Aufnahmen für spätere Schautafeln.

So auch am Sonnabend in Rühn. „Ich tauche schon mehr als 20 Jahre und da habe ich schon allerhand historische Gegenstände an die Wasseroberfläche geholt“, resümiert Andreas Schuldt. Er war es auch, der vor einigen Wochen den menschlichen Knochen aus dem Sülzpfuhl geborgen hat. Auch Munition habe er schon häufig entdeckt, daher wisse er auch, wie man in solch einer Situation zu reagieren habe. „Nicht anfassen, nicht bergen, die Stelle mit einer Boje markieren und die Behörden alarmieren“, sagt der erfahrene Taucher.

„Die Männer haben sich wirklich vorbildlich verhalten“, lobt auch Thomas Cogiel vom Munitionsbergungsdienst. Dieser war gemeinsam mit seinem Kollegen Sebastian Klein ins Polizeirevier Bützow gekommen, um die Unterwasser-Aufnahmen der Hobby-Taucher in Augenschein zu nehmen und die Lage abzuschätzen. „Es handelt sich tatsächlich um Munition. Anhand der Bilder können wir sowohl Handgranaten als auch größere Granaten ausmachen“, sot der Experte. Wie viel Munition tatsächlich auf dem Grund des Rühner Sees liegt, werden die geschulten Taucher des Bergungsdienstes voraussichtlich heute wissen. Denn dann ist die Bergung der Granaten vorgesehen.

„Für uns war klar, dass wir nicht alleine versuchen würden diese riesigen Granaten zu bergen – das ist viel zu gefährlich. Die Zünder sind verwittert, da kann schnell mal etwas passieren“, sagt Alfredo Jadzek. Als passionierte Angler seien sie zudem froh, ihren Teil dazu beizutragen, dass der Kriegsschrott aus den Gewässern der Region verschwindet.

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