"Güstrow kocht auf" : Gourmet-Spektakel vor dem Aus

Rappelvoll ist der Markt immer bei „Güstrow kocht auf“. Archiv
Rappelvoll ist der Markt immer bei „Güstrow kocht auf“. Archiv

Güstrow kocht in diesem Jahr nicht auf. Aus wirtschaftlichen, finanziellen und personellen Gründen muss das geplante Gourmet-Spektakel abgesagt werden. Offen bleibt jetzt, ob damit die Tradition gänzlich stirbt.

svz.de von
11. Juni 2012, 10:21 Uhr

Güstrow | Güstrow kocht in diesem Jahr nicht auf. Aus wirtschaftlichen, finanziellen und personellen Gründen müsse der Förderverein Regionale Gastronomie das für das letzte Augustwochenende geplante Gourmet-Spektakel absagen.

"Das ist ein Vorstandsbeschluss des Vereins", gibt Axel Wulff vom Förderverein Auskunft. Auf einem Treffen Anfang Mai sei deutlich geworden, dass es unter den Gastronomen in der Kreisstadt an breiter Unterstützung für das große Essen auf dem Markt fehle. Er bedauere das sehr, doch den meisten der zwölf Mitgliedsbetriebe im Förderverein fehle als Inhaber-geführtem Unternehmen schlicht die personelle Kraft für die Organisation solcher Feste. Wulff erklärt: "Da steckt ja viel Vereinsarbeit, also ehrenamtliche dahinter. Wir würden trotzdem gerne weitermachen, denn die Veranstaltung wurde doch von den Gästen immer sehr gut angenommen. Aber man macht sich ja nicht glaubwürdig, wenn dann nur drei oder vier Unternehmen auf dem Markt stehen."

Uwe Liske, Inhaber des Herrenhauses Friedrichshof und aktiver Mitstreiter im Förderverein, bedauert ebenfalls sehr: "Man lässt sich da leider eine ganz tolle Veranstaltung entgleiten." Seit Januar habe der Verein am Programm gebastelt und sich wieder "sehr, sehr viel Arbeit gemacht". Die Darstellung des Unternehmens, mit den Gästen ins Gespräch zu kommen - diese Prämissen für das Fest auf dem Markt fänden bei den Güstrower Gastronomen aber offenbar nicht die nötige Akzeptanz, habe er feststellen müssen, so Liske, der auch Querelen zwischen den potenziellen Gastgebern ausgemacht haben will. Seitens der Stadt vermisse er zudem die nötige Wertschätzung, die in einer angemessenen Unterstützung zum Ausdruck käme. Axel Wulff macht das konkret: 1000 Euro steuere die Kommune bei - um anschließend die Rechnung zur Reinigung des Marktes zu präsentieren, die fast alles von der Förderung wieder aufbrauche.

Auch Anett Zimmermann vom Verein "GüstrowTourimus" bedauert, dass "Güstrow kocht auf" in diesem Jahr ausfallen soll. "Das ist sehr schade. Die Veranstaltung hat bereits eine überregionale Bedeutung, wird sogar vom Landestourismusverband vermarktet. Es ist eine der wichtigsten Gourmet-Veranstaltungen im ganzen Nordosten", sagt sie.

Bürgermeister Arne Schuldt sieht das genauso. Wenn es dabei bleibe, dass "Güstrow kocht auf" nicht stattfinde, fehle Güstrow eine wichtige Veranstaltung, die sich über die Jahre einen guten Namen gemacht habe. "Deshalb haben wir sie in diesem Jahr auch landesweit vermarktet, um weitere Gäste in die Barlachstadt zu holen." Das sei mit dieser Veranstaltung allerdings jetzt nicht mehr möglich. Schuldt bedauert das, vermutet aber auch, dass es bei dem Ausfall bleiben wird, weil sich kein anderer Veranstalter finden wird.

Offen bleibt, ob damit die 15-jährige Tradition gänzlich stirbt. Axel Wulffs vage Hoffnung: "Vielleicht besinnen sich ja jetzt einige."

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