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Kinder- und Jugendkunsthaus : „Goldstaub“ für die Stadt Güstrow

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Großes Fest zum 20-jährigen Bestehen des Kinder- und Jugendkunsthauses / Mehr als 1000 Kinder nutzen Angebote im Jahr

von
erstellt am 30.Jun.2014 | 06:00 Uhr

„Ein Traum ist verwirklicht.“ Das steht für Irene Heinze mit Blick auf das 20-jährige Bestehen des Kinder- und Jugendkunsthauses in Güstrow fest. Da ist sich die Vorstandsvorsitzende mit der Koordinatorin des Kunsthauses, Bettina Korn, einig. „Dieses Haus ist Goldstaub für Güstrow“, sagt sie. „Die ganze Welt hat keine Zeit. Hier ist ein Ort, an dem die Zeit ein Stück angehalten wird“, unterstreicht Bettina Korn. Und zur großen 20-Jahr-Feier am Sonnabend gab es auch Schützenhilfe von offizieller Seite. „Die Stadt identifiziert sich mit dem Kinder- und Jugendkunsthaus“, sagte der 1. Stadtrat, Andreas Brunotte, zur Freude des Kunsthaus-Teams und der zahlreichen Besucher.

Den ganzen Tag wurde mit allem, was das Kinder- und Jugendkunsthaus zu bieten hat, in der Baustraße gefeiert. Eine neue Ausstellung mit Arbeiten aus der 20-jährigen Schaffensgeschichte des Hauses ist seit Sonnabend im Technischen Rathaus zu sehen. Bei einem Straßenfest rund um das Kunsthaus zeigten Künstler und Kunstpädagogen sowie Kinder ihr Können. Mehr als 1000 Kinder erreicht das Kunsthaus pro Jahr mit seinen vielfältigen Angeboten. Im Schnitt werden 20 Kurse im Semester mit rund 100 Teilnehmern pro Woche angeboten. Hinzu kommen Gruppenprojekte und Wochenendworkshops. Am 14. Juli startet das Sommerprogramm. Druckfrisch liegt auch schon das Kursangebot für das Herbst- und Wintersemester vor.

Das macht Irene Heinze stolz. Sie gehörte vor 20 Jahren zu den Mitbegründern des Kunsthauses in Güstrow. „Wir wollten Künstler mit Kindern zusammenbringen“, sagt sie. Der Rahmen des Kunstunterrichts in der Schule sei zu eng. „Kunst in 45 Minuten, angeschaltet und ausgeknipst durch das Klingeln – das läuft dem Wesen der Kunst zuwider“, sagt Irene Heinze, die selbst Kunstlehrerin am Güstrower Brinckmangymnasium ist. Darum habe man das Kunsthaus auch bewusst nicht „Kunstschule“ genannt, „weil wir hier keine Leistungsbewertung vornehmen wollen“.

Das Haus in der Baustraße sei toll. „Wir haben zudem immer neue Leute, frische Ideen, eine unerschöpfliche Bewegung“, freut sich Irene Heinze. Aber das Wichtigste sei: „Die vielen glücklichen Stunden für die Kinder.“ Dafür hätten zahlreiche Leute auch viel ehrenamtliches Engagement in 20 Jahren in das Kunsthaus investiert. Doch eines ärgert Irene Heinze: „Das Geld, das die Dozenten bekommen, entspricht nicht dem, was sie verdienen.“ Die Förderung durch das Land sei dafür nicht ausreichend. Und die Kurse teurer machen, das will Irene Heinze nicht. „Wir können die Eltern nicht noch mehr belasten“, sagt sie.


 

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