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Galerie Rambow Güstrow : „Gnadenloser Preiskampf im öffentlichen Raum“

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Galerist Gunter Rambow zeigt ab Freitag die Ausstellung „14,99 – super Sparchance“ von Designer und Künstler Volker Albus

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erstellt am 26.Okt.2016 | 12:00 Uhr

Die Galerie von Gunter Rambow am Domplatz 16 macht nicht mit häufigen, dafür aber gediegenen und hochwertigen Ausstellungen von sich reden. Am kommenden Freitag ist es wieder so weit. Um 19 Uhr wird die Ausstellung „14.99 – super Sparchance“ des Designers und Künstlers Volker Albus aus Frankfurt am Main eröffnet. „Der gelernte Architekt Albus hat neben seinem Produktdesign ebenfalls erfolgreich Objektkunst geschaffen. In der Galerie zeigt er seine aktuellen Arbeiten“, sagt Rambow. Unter den Exponaten, die der Galerist in diesen Tagen im Erdgeschoss des ehemaligen Stadtpalais des Grafen von der Lühe, seit 2002 Heimstatt der Familie Rambow, anordnet, finden sich verschiedene Leuchtkästen, ein in Nepal nach Albus’ Vorlagen gewebter Teppich sowie ein zu einer Sitzgelegenheit verkleideter überdimensionaler Stein. Nicht immer ist die Geschichte hinter dem Exponat auf den ersten Blick zu erkennen. „Der Künstler gibt keine Kommentare zu seinem Werk. Er überlässt dem Betrachter die Interpretation“, weiß Rambow. Der Stein beispielsweise soll an Politiker erinnern, die sich in den 1970er-Jahren der Bundesrepublik Straßenschlachten mit der Polizei lieferten. „Heute können sie, bequem sitzend, mit ihren Argumenten um sich werfen“, erläutert Rambow seine Interpretation des Kunstwerks. Der übrigens findet, dass die Ausstellung punktgenau in seine Galerie passt. „Wir sind eine Galerie für den öffentlichen Raum. Und der gnadenlose Preiskampf findet ja in Geschäften und Supermärkten, also im öffentlichen Raum, statt.“

Zur Vernissage kündigt Gunter Rambow ein weiteres Highlight an. Konnte er für die Laudatio doch den Philosophen und Gesellschaftskritiker Bazon Brock gewinnen. Brock, emeritierter Professor für Ästhetik und Vertreter der Fluxus-Bewegung, heißt eigentlich Jürgen Johannes Hermann. Internetquellen verraten, dass er den Namen Bazon, der im Griechischen für „Schwätzer“ steht, von seinem Lateinlehrer verpasst bekommen habe. „Brock ist heute Chefdenker in seiner publikumsoffenen Werkstatt, der ‚Denkerei’ in Berlin-Kreuzberg, und ein sehr produktiver Publizist“, erzählt Rambow. Eine Auswahl seiner Schriften kann zur Ausstellung eingesehen werden.

Übrigens weiß der Grafikdesigner und Plakatkünstler Gunter Rambow Werbung durchaus zu schätzen. Seit Jahren schon entwirft er Plakate für die renommierte Frankfurter Oper. Aktuell hängen in seinem Arbeitszimmer sechs Arbeiten, die für Premieren oder Wiederaufnahmen der laufenden Spielzeit werben. Und für die Schau „14.99 – super Sparchance“ hat der Galerist die Litfaßsäule neben dem Brinckman-Gymnasium gemietet und für die Ausstellung plakatiert.





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