Glockenstuhl : Glocke erklingt zum Abschied

Bestattungskultur auf dem Güstrower Friedhof verbessern / Zimmerleute errichten derzeit Glockenstuhl

Auf dem Güstrower Friedhof nimmt ein Glockenstuhl Gestalt an. Nach Arbeiten am Fundament, das knapp zwei Meter in die Tiefe reicht, errichtete jetzt der Tarnower Zimmerer Stephan Linde, unterstützt von Mitarbeitern seiner Firma und seinem Bruder Frank Linde, den 4,50 Meter hohen Glockenstuhl neben der Feierhalle.

„Wir haben Eichenholz verwendet, das in der Nähe von Teterow geschlagen wurde“, erklärt Stephan Linde. Der Zimmerer legt Wert darauf, dass das Holz, das er verarbeitet, aus der Region kommt. Für das Dach wurden Eichenschindeln verwendet, wie sie auch bei der Sanierung der Bützower Stiftskirche zum Einsatz kamen. Nach dem Zimmerer wird der Elektriker noch in diesem Jahr die Verbindung zur Feierhalle herstellen. Im nächsten Jahr soll der Glockenbauer Udo Griewahn aus Grimmen die Glocke an dem Holzstuhl anbringen. Damit wird der Güstrower Friedhof erstmals in seiner Geschichte über einen Glockenstuhl verfügen.

Der Weg dahin war lang. „Uns liegt daran, die Bestattungskultur auf dem Friedhof zu verbessern“, sagt Pastor Matthias Ortmann. Die Pfarrgemeinde ist seit dem Zusammenschluss der Nordkirche zu Pfingsten 2012 für den Friedhof in der Barlachstadt zuständig. „Ursprünglich bestand die Idee, den Glockenturm aus dem geschlossenen Gemeindehaus in Klueß umzusetzen. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass das ein finanziell sehr aufwändiges Vorhaben werden würde. Da machte uns Stephan Linde, mit dem wir schon bei der Sanierung der Pfarrkirche und der Heiliggeist-Kapelle zusammengearbeitet haben, das Angebot für einen Neubau“, berichtet Ortmann. Ohnehin sei die Klueßer Glocke nicht mehr zu verwenden gewesen. Auf Vermittlung des Glockenbauers Udo Griewahn kommt nun eine Glocke aus der kleinen Schifferkirche in Ahrenshoop nach Güstrow.

Dass eine Glocke auf dem Friedhof notwendig ist, bestätigt auch Verwalter Holger Büttner. „Bei kirchlichen Bestattungen werden um 11 Uhr die Glocken der Pfarrkirche oder des Doms geläutet. Wenn der Wind ungünstig steht, hören wir das hier auf dem Friedhof gar nicht“, erklärt er. Am Friedhofsausschuss ist es nun, eine Läuteordnung zu erarbeiten. In ihr wird festgelegt, wann die Glocke zum Einsatz kommt.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen