Flieger über Krakower See : Gleitschirme überm Luftkurort

Martin Prey
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Martin Prey

Für Pilot Martin Prey ist das noch Vision, der Krakower sucht aber schon mal nach einem geeigneten Flugfeld.

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10. Juni 2016, 12:00 Uhr

Der Fliegerberg in Krakow am See wurde für einen Moment wieder seinem Namen gerecht. So schien es, als Martin Prey am Großen Pilz seinen Gleitschirm auspackte, gegen den Wind stellte – und am liebsten abheben würde. Der Krakower hatte seinen Rucksack, in den Schirm, Gurtzeug, Helm und feste Schuhe passen, extra für eine Demonstration gepackt. Alles, was er für sein Hobby benötigt, passt locker auf einen Beifahrersitz im Pkw; Martin Prey kam sogar mit dem Fahrrad zum SVZ-Fototermin.

Vor drei Jahren erst sei er von einem Freund auf das Fliegen mit dem Gleitschirm aufmerksam gemacht worden. „Der erste Tandemflug machte mich süchtig“, bekennt der Tischlermeister. Fortan fährt der 48-Jährige regelmäßig zum Flugplatz nach Vielist. An der dortigen Norddeutschen Gleitschirmschule führt Prey inzwischen seine Ausbildung zum so genannten B-Schein fort. Er wolle mal Fluglehrer werden.

Doch es werde manchmal eng auf dem Flugfeld bei Waren, wenn sich die Piloten an der Seilwinde anstellen, um sich auf 200…300, manchmal auch bis 450 Meter hoch in die Luft ziehen zu lassen. Die Ausweichplätze Rechlin und Trollenhagen hätten den Nachteil, dass sie Starts nur in der Ost-West-Achse erlaubten. Deshalb sei er auf der Suche nach einem weiteren Ausweichplatz, berichtete Martin Prey schon der Krakower Stadtvertretung. Nun hat die keine 1 Kilometer lange Strecke anzubieten – diese Länge der Seilwinde benötige der Gleitschirmflieger, um auf Höhe zu kommen. Doch der Segen der Kommunalvertreter für das Vorhaben, das für die Tourismusregion eine weitere Attraktivität sein könnte, sei ihm sehr wichtig gewesen, betont Prey. Mit diesem Rückhalt hofft er auf erfolgreiche Verhandlungen mit Grundbesitzern bzw. Pächtern, die potenziell geeignete Flächen bereitstellen könnten.

„Wenn das klappt, dann hoffe ich natürlich, dass ich vielleicht auch den eine n oder anderen Krakower für mein Hobby anstecken und begeistern kann“, sagt Martin Prey. Dass man diesen in den Bergen entwickelten Flugsport auch auf dem flachen Land betreiben kann, ist in Pilotenkreisen längst bekannt. Erst kürzlich habe er bei einem Wettkampf in Cottbus mit zweieinhalb Stunden in der Luft ein riesen Erlebnis gehabt. „Das hat mich ermutigt, weiter in der Umgebung von Krakow am See nach einer geeigneten Fläche zu suchen.“ Zehn Kilometer Strecke habe er schon in der Luft geschafft, und er wisse von Kollegen, die von Waren auch mal bis Satow geflogen sind. Das schaffe man bei guter Thermik und mit geschicktem Ausnutzen der Winde, wenn man nach dem Ausklinken des Windenseiles bis auf 1300 Meter Höhe „klettern“ kann. Der „Rückmarsch“ sei dann auch kein Problem, sagt Prey schmunzelnd: „Mit meinem Schirm unterm Arm, am Straßenrand den Daumen hoch – mehr als drei Autos sind noch nie an mir vorbeigefahren.“

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