Anti-Gewalt-Woche : Glauben an sich selbst nicht verlieren

Antonia Katharina Tessnow (M.) diskutierte mit Frauen über häusliche gewalt.
Antonia Katharina Tessnow (M.) diskutierte mit Frauen über häusliche gewalt.

Psychische und körperliche Gewalt – gestern Diskussionsrunde zur Anti-Gewalt-Woche in Güstrow mit Antonia Katharina Tessnow.

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30. November 2017, 12:00 Uhr

Es ist längst nicht nur ein Thema, das Frauen betrifft, und doch sind es oft Frauen, die psychischer und körperlicher Gewalt ausgesetzt sind. Gestern ging es im Rahmen der Anti-Gewalt-Woche um genau dieses Thema. Autorin Antonia Katharina Tessnow war ins Mehrgenerationenhaus der Arbeiterwohlfahrt Güstrow eingeladen worden, um aus eigener Erfahrung zu berichten.

Die 42-Jährige habe psychische Gewalt selbst erlebt, aus der dann körperliche Gewalt geworden sei. Weil sie damit an einen Punkt kam, dass sie Anzeige erstattete, musste sie Lügen über sich, Mobbing und Anfeindung in ihrem Wohnort aushalten. Und doch gab sie nicht auf. Das versuchte sie auch den Zuhörern zu vermitteln. „Es ist wichtig, dass man den Glauben an sich selbst nicht verliert“, sagte sie. Das sei manchmal gar nicht so einfach, stellte Liane Schade aus dem Zuhörerkreis fest. „Soweit muss man erst mal sein“, sagte sie und berichtete von ihren Erfahrungen. Es habe lange gedauert, bis sie selbst erkannt habe, dass es sich um psychische Gewalt handele.

Für Antonia Katharina Tessnow war als Autorin das Schreiben eine gute Möglichkeit, mit all den negativen Erfahrungen umzugehen. Dafür habe sie sich zuvor aber mit der Materie auseinandersetzen müssen, darüber reden müssen. Das habe ihr neue Welten eröffnet. „Ich konnte neu sehen, wie gut es ist, wenn mich jemand wertschätzend behandelt“, sagte sie.

Jedem Betroffenen von Gewalt möchte Antonia Katharina Tessnow eines mitgeben: „Der Wert eines Menschen ändert sich nicht, egal wie man ihn behandelt.“ Darum solle sich niemand kleiner machen lassen oder einreden lassen, er sei nichts wert.

Geboren 1975 in Westberlin verbrachte Antonia Katharina Tessnow eine geraume Zeit in Teltow, wohnte aber auch in Nord- und Süddeutschland. Viele Jahre war sie Berufsreiterin, arbeitete als Landesverbandstrainerin des modernen Fünfkampfes in der Disziplin Springreiten. Berufsbegleitend studierte sie Heilpraktik, Tierheilpraktik und ganzheitliche Psychologie. Seit 2011 ist sie im Alten Jagdhaus in Sukow-Marienhof zu Hause und betreibt eine kleine Hundezucht. Inzwischen hat sie viele Bücher geschrieben. „Die Botschaft der Tiere: Der Weg zurück zu uns selbst – ein Wegweiser durch unsere Zeit“ ist im März dieses Jahres erschienen.

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