Laage : Ginster weicht für die Kuhschelle

Der Ginster muss weichen, weil dort, wo er sich breit macht, nichts anderes mehr wächst.
Der Ginster muss weichen, weil dort, wo er sich breit macht, nichts anderes mehr wächst.

Projekt in den Laager Recknitz-Dünen soll selten gewordene Art erhalten – vorbereitende Arbeiten haben begonnen.

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02. Februar 2019, 05:00 Uhr

Baumaschinen in den Recknitz-Dünen erregen Aufmerksamkeit. Hier gehen sonst höchstens mal Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern spazieren. Aber ja, das war doch was! Das Kuhschellen-Projekt (SVZ berichtete). In den Recknitz-Dünen, wo die Blümchen noch bis zur Mitte der vergangenen Jahrhunderts große Bestände bildeten und die Landschaft zur Blütezeit in ein sanftes Lila tauchten, soll Pulsatilla vulgaris wieder angesiedelt werden. Dafür haben die vorbereitenden Arbeiten begonnen.

Ein Windschutzzaun, hölzerne Pfähle und Betonpfähle mussten als erstes abgeräumt werden. Dann rückten die Bauarbeiter dem Ginster zu Leibe. In der hügeligen Landschaft hat der Ginster insbesondere die Kuppen besiedelt. Für Pulsatilla vulgaris blieb da kein Platz mehr. Als Karl-Heinz Schingen mit der Baggerschaufel Strauch für Strauch aus dem Boden hebt, staubt es gewaltig – eben Dünensand. „Wir schaffen jetzt die Voraussetzungen dafür, dass die wenigen Exemplare der Kuhschelle erhalten bleiben und neue Pflanzen sich etablieren können“, berichtet Karin John. Pulsatilla braucht einen mageren und offenen Boden. Starker Konkurrenz unterliegt sie, erklärt die Projektleiterin von der Stiftung Umwelt und Naturschutz MV. „Der Eingriff mutet rabiat an“, gesteht die Projektleiterin. Aber es müsse sein und sei deshalb auch von Naturschutzseite genehmigt worden und werde aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds gefördert.

„Es wird ein neuer Zaun gebaut und dann müssen wir sehen, dass wir das Areal als Feldblock in der Agrarförderung bekommen“, erzählt die Projektleiterin. Das sei wichtig für den Landwirt, der künftig die Flächen extensiv bewirtschaften wird, damit sie nicht wieder zuwuchern. Gleichzeitig werde eine Dienstbarkeit ins Grundbuch eingetragen, die die Belange des Naturschutzes sichert. Karin John: „So hoffen wir ein Gleichgewicht zwischen Nutzung und Naturschutz hinzubekommen.“ Für die Beweidung, die nicht durchgehend erfolgen soll, müsse noch ein Konzept erarbeitet werden, das den Bedürfnissen der Pflanzen und der Tiere sowie den Wünschen des Landwirtes gerecht wird. Außerdem sitzt die Projektleiterin an einem Konzept zum Erhalt und zur Wiederansiedlung der Kuhschelle. Dazu sind Aussaat und Anpflanzungen vorgesehen. In der kommenden Vegetationsperiode sollen erste Maßnahmen realisiert werden.

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