zur Navigation springen

Diekhof : Gewölbekeller unter Schuttbergen hervorgeholt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kölner Kaufmann setzt Sanierung der Reste der abgebrannten Gutsanlage in Diekhof fort.

von
erstellt am 14.Nov.2017 | 12:00 Uhr

Das Schloss in Diekhof brannte im Mai 1945 ab. Geblieben war ein großer Haufen Schutt. Was nicht anderweitig gebraucht wurde, blieb liegen und wuchs im Laufe der Jahrzehnte zu. Peter Stammler – Kaufmann aus Köln – lässt die Reste des Herrenhauses Stück für Stück freilegen. Auf etwa einem Drittel des Areals sind bereits Kellerräume für die Mieter im ehemaligen Marstall hergerichtet. Ein zweites Drittel ist in Arbeit und das letzte harrt noch der Wiederentdeckung.

„Als wir vor drei Jahren anfingen, hatte wir mehr erwartet. Aber der Keller ist deutlich kleiner als gedacht“, berichtet Peter Stammler. Nur ein Teil des Gebäudes sei unterkellert. Was noch stand, wurde aufwendig restauriert, was fehlte im Stil des noch Vorhandenen ergänzt. Original gebe es einen Gang über die ganze Breite. „Den haben wir im Mittelteil unterbrochen. Hier gibt es einen Abschnitt für die Fledermäuse“, informiert der Bauherr. Die Tiere hätten sich dort angesiedelt und sollen auch weiterhin ihren Lebensraum haben. Mit einem Dach werden die Kellergewölbe geschützt.

Der aus Rostock stammende Kölner hatte sich nach der Wiedervereinigung in den Kopf gesetzt, etwas dazu beizutragen, etwas wiederzugeben. In Alt Diekhof fand er die Reste einer Gutsanlage aus dem 18. Jahrhundert (gebaut 1732-1739). Der ehemalige Pferdestall war im Mittelteil ruinös, die Kapelle im Eigentum der Gemeinde konnte mit einiger Kraftanstrengung erhalten werden. In den ehemaligen Marstall – restauriert und im Stil der vorhandenen Bausubstanz durch einen Neubau ersetzt – zogen vor zehn Jahren die ersten Mieter ein. 2010 kaufte Peter Stammler auch die Kapelle und ließ sie sanieren. So habe er zumindest einen Teil der für den Barockstil so typischen Symmetrie der Anlage wieder herstellen können. Weitere Gebäude auf der Kapellenseite fehlten schon vollständig. Das Gotteshaus war übrigens nicht als solches gebaut worden. Vermutlich war es ein Wirtschaftsgebäude, das erst Jahrzehnte nach der Erbauung (1768) umgenutzt wurde.

Auch ein Pavillon am Eingang der Lindenallee, die durch den Schlosspark in Richtung Drölitz führt, ist saniert. Zudem hält der Kölner Kaufmann die Schlossanlage in Ordnung. Bäume die in den vergangenen Jahren Stürmen zum Opfer gefallen waren, mussten weggeräumt und durch junge Bäume ersetzt werden. „Es ist noch genug zu tun“, sagt der 77-Jährige.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen