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Sprengung in Güstrow : Gewehrgranaten fliegen in die Luft

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Mitten auf der Baustelle in der Rostocker Chaussee in Güstrow musste der Munitionsbergungsdienst MV gegen 13.30 Uhr 14 Panzergewehrgranaten aus dem Zweiten Weltkrieg sprengen.

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erstellt am 21.Mai.2014 | 20:00 Uhr

Die Detonation geht durch Mark und Bein. Der Knall ist kurz, aber ohrenbetäubend. Meterhoch spritzt eine Fontäne aus Sand und Dreck in die Luft. Mitten auf der Baustelle in der Rostocker Chaussee in Güstrow musste der Munitionsbergungsdienst MV gestern gegen 13.30 Uhr 14 Panzergewehrgranaten aus dem Zweiten Weltkrieg sprengen. „Die Zünder sind zu empfindlich. Die kann man nicht transportieren“, erklärte Sprengmeister Bernd Rohde und jagte die Panzergewehrgranaten mit 500 Gramm TNT-Sprengstoff in die Luft. Doch bevor er den roten Knopf auf seiner Funkzündung drückte, sperrte die Polizei den Bereich auf Höhe des Lidl-Marktes in der Rostocker Chaussee in einem Radius von 100 Metern ab.

Arbeiter hatten gestern gegen 9 Uhr bei den aktuellen Straßenbauarbeiten die 14 Panzergewehrgranaten sowie ca. 80 weitere Gewehrgranaten in einer Baugrube entdeckt. Sie alarmierten sofort den Munitionsbergungsdienst MV. „Die Granaten lagen lose im Bauschutt herum, ca. zwei Meter unter der Straße. Die sind damals beim Straßenbau unbemerkt mit verfüllt worden“, schätzt Olaf Lindow vom Munitionsbergungsdienst ein. Während die Gewehrgranaten abtransportiert wurden, um sie woanders kontrolliert zu sprengen, wurde die Baugrube für die Sprengung der gefährlicheren Granaten vor Ort vorbereitet.

Ein Verbaukasten für den Straßenbau wurde in der Grube platziert, verstärkt durch zwei weitere Stahlplatten. Lindow und Sprengmeister Bernd Rohde legten die Granaten dazwischen und befestigten den Sprengstoff. Schließlich kam zur Dämmung noch reichlich Erde und Sand auf die Sprengstelle. „Die Granaten haben nicht viel Sprengstoff, aber Erde und Steine können schon durch die Gegend fliegen“, so Rohde. Die Polizei stoppte den Verkehr auf der Rostocker Chaussee, sperrte alles ab und mahnte die Bewohner des nahen Wohnhauses, ihre Fenster geschlossen zu halten. In sicherem Abstand hieß es dann von Rohde: „Zündung!“

„Die sind alle auf einmal explodiert“, zeigte sich der Sprengmeister zufrieden. Der Verbaukasten, der die Explosion eindämmte, ist aber nicht mehr zu gebrauchen. Kurz nach der Sprengung floss der Verkehr wieder und die Arbeiten gingen weiter. Laut Rohde gibt es jährlich ca. 200 Munitionsfunde in Westmecklenburg, in zehn Prozent der Fälle müsse gesprengt werden.

 

 

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