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Güstrower Anzeiger

11. Dezember 2017 | 18:13 Uhr

Güstrow : Gewalt und Vandalismus im Fokus

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Raufereien in der Pause und Kritzeleien an Tischen sind an Schulen bekannte Probleme. In Güstrow ist Prävention ein großes Thema.

von
erstellt am 26.Feb.2016 | 06:00 Uhr

Bei insgesamt 153 528 Schülern an allgemein bildenden und beruflichen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern, wurden im Schuljahr 196 Vorfälle registriert – 17 weniger als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Bildungsministeriums hervor. An den sechs städtischen Schulen der Barlachstadt gab es weder Fälle von Vandalismus noch von Gewaltvorfällen, erklärt Stadtsprecherin Karin Bartock auf SVZ-Nachfrage.

„Nur auf dem Spielplatz in der Walkmühlenstraße, welcher tagsüber auch als Schulhof dient, wurden an der Wand des benachbarten Gebäudes Schmierereien festgestellt“, informiert Karin Bartock und fügt hinzu: „Zur Verhinderung weiterer Schmierereien wurden dort Pflanzen eingesetzt, sodass das Besprühen der Wand künftig nicht mehr möglich ist.“ Landesweit zählen Schmierereien zu den häufigsten Vandalismusvorfällen. Das Bildungsministerium nennt insbesondere anonyme Hakenkreuzschmierereien an Schulgebäuden oder am Schulmobiliar als häufigste Vergehen.

Meldepflichtige Gewaltvorfälle habe es in den vergangenen zwei Jahren an den städtischen Schulen in Güstrow nicht gegeben, gibt Karin Bartock Entwarnung. „Dieses Thema wird trotzdem sehr ernst genommen und mit Präventionsmaßnahmen vorbeugend gearbeitet. Im Rahmen einer bereits bestehenden Kooperationsvereinbarung zwischen der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege Mecklenburg- Vorpommern und der Stadt Güstrow bestehen Angebote, die in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Güstrow auch für unsere Kindereinrichtungen und Schulen zur Verfügung stehen und gerne genutzt werden“, erklärt Bartock weiter.

Als Beispiel für aktuelle Probleme nennt die Stadtsprecherin den übermäßigen Handygebrauch. Dieser sei bereits an den Grundschulen ein Thema. „Umfänglich sind diese Aktivitäten den Schülern noch gar nicht bewusst. Unbedachte Veröffentlichungen von Fotos in den sozialen Netzwerken können häufig zu Mobbing führen“, fügt Bartock an. In den Schulen sind Schlichtungsstellen eingerichtet, die von Schülern geleitet werden. Sie stellen eine präventive und auch wirksame Maßnahme dar. „In solchen Projekten lernen die Schüler, dass Konflikte auch ohne Gewalt gelöst werden können“, erklärt Ruth Hollop von des Pressestelle des Bildungsministeriums ergänzend. Zu den häufigsten Meldungen des vergangenen Schuljahres gehörten, laut Bildungsministerium, Vorfälle, bei denen Schüler im strafunmündigen Alter – also unter 14 Jahren – als Täter und Opfer beteiligt waren. „Es ist zu begrüßen, wenn auch das Treten und Kratzen eines acht Jahre alten Grundschülers gemeldet wird, weil erst durch die Analyse des Vorfalls deutlich wird, ob es sich um ein ernstes Gewaltproblem an einer Schule oder eher um ein entwicklungstypisches Raufverhalten von Minderjährigen handelt“, fügt Henning Lipski, Pressesprecher des Bildungsministeriums hinzu.

Die Themen Gewalt und Vandalismus stehen auch in den Beratungen des Präventionsrates der Barlachstadt Güstrow regelmäßig auf der Tagesordnung. „Aber auch hier lagen keine Informationen zu Gewaltvorfällen oder Vandalismus in den Schulen in den vergangenen zwei Jahren vor“, resümiert Karin Bartock.

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