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Ausstellung in Güstrow : Gewalt hat viele Facetten

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ausstellung im FFLZ zeigt Schicksale von Frauen und Kindern, die zuhause misshandelt wurden.

Im vergangenen Jahr waren im Landkreis Rostock 395 Frauen und 328 Kinder von häuslicher Gewalt betroffen. Diesem ernsten Thema widmet sich die neue Ausstellung „RosaRot“, die aktuell im Familien-, Freizeit-Lernberatungszentrum der Arbeiterwohlfahrt, kurz FFLZ, gezeigt wird. „Die rosarote Kampagne ist eine Initiative des Netzwerkes der brandenburgischen Frauenhäuser“, erzählt Inken Balla, Leiterin des FFLZ. Bis zum 30. Oktober ist die Schau aus Potsdam in Güstrow zu sehen.

18 Aufsteller zeigen Schicksale der Frauen

Die Dimensionen häuslicher Gewalt sind vielschichtig. Zwang und Drohung, Ausnutzen männlicher Privilegien, körperliche und sexualisierte Gewalt oder auch Einschüchterung und Isolation – alles gehört dazu. Und oftmals wird eine rosarote Brille aufgesetzt und gesagt, dass alles nicht so schlimm sei, dass es einen nichts angehe oder dass man kaum etwas dagegen tun könne. Mit 18 Aufstellern, die Kommentare und Lebensgeschichten verschiedener Frauen aufzeigen, soll das Problem der Gewalt gegen Frauen und Kinder wieder in den Blick gerückt werden. „Neben markigen Sprüchen gibt es auch Hinweise, wie Frauen aus dieser Spirale heraus kommen können oder wie man als Nachbar Betroffenen und Kindern helfen kann“, so Inken Balla.

Ein aussagekräftiges Begleitmaterial gebe Betroffenen Hinweise zum Weg aus der eigenen Miser. Eine Besonderheit: Die Ausstellung gibt auch Menschen mit Handicap die Möglichkeit zur „Besichtigung“. Denn auf jedem Banner sind QR-Codes angebracht, über die nicht nur Blinde und Sehbehinderte die Möglichkeit erhalten, sich die Inhalte der Ausstellung auch vorsprechen zu lassen. Prominente Schauspielerinnen aus deutschen Kriminalfilmen und bekannte Sportlerinnen aus dem Land Brandenburg leihen hierfür ihre Stimmen.

In der Woche gegen Gewalt gegen Frauen und Kinder vom 27. November bis 1. Dezember ist in Güstrow unter anderem eine Gesprächs- und Diskussionsrunde mit Antonia Katharina Tessnow geplant. Am 27. November soll um 16.30 Uhr eine Lichteraktion „Geht dir ein Licht auf“ auf dem Güstrower Markt dieses Thema in die Öffentlichkeit rücken. Schüler der Beruflichen Schule nehmen dieses Thema auf und werden dabei sein.  



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