Güstrow : Gestern erste Reste alter Burg entdeckt

<strong>Gestern</strong> <fettakgl>stieß der</fettakgl> Archäologe Holger Fries auf dem Schlosshof auf Reste eines 1,20 Meter breiten Fundamentes der alten Burg.<foto>rmai</foto>
Gestern stieß der Archäologe Holger Fries auf dem Schlosshof auf Reste eines 1,20 Meter breiten Fundamentes der alten Burg.rmai

"Es ist alles völlig unspektakulär", sagt Holger Fries und dennoch leuchten die Augen des Archäologen. Gestern Mittag entdeckte er auf dem Schlosshof in Güstrow die Reste von Fundamenten der alten Burg.

svz.de von
24. Juli 2012, 09:56 Uhr

Güstrow | "Es ist alles völlig unspektakulär", sagt Holger Fries und dennoch leuchten die Augen des Archäologen. Gestern Mittag entdeckte er auf dem Schlosshof die Reste von Fundamenten der alten Burg. "Das Fundament ist 1,20 Meter breit", berichtet Fries. Darunter dürften sich Feldsteine befinden, die mit Feldmörtel zusammengehalten wurden. Aber so tief dringen die Archäologen nicht ein. "Von der Machart her bin ich mir ziemlich sicher, dass wir hier mittelalterliche Baustrukturen haben", betont Fries. Was derzeit auf dem Güs trower Schlosshof passiert, ist keine flächige Ausgrabung, sondern nichts weiter als eine Notgrabung, aber eine sehr ergiebige, das ist schon nach wenigen Tagen deutlich.

Mit dem Verlegen neuer Leitungen wird schon seit geraumer Zeit die Sanierung des Schlosses, die bekanntlich nicht vor 2014 beginnt, vorbereitet. Seit der vergangenen Woche erfolgen die Tiefbauarbeiten auf dem Schlosshof. Archäologen begleiten diese im Eiltempo: Grube ausheben, Funde bergen bzw. dokumentieren, Rohre rein und Grube schließen, berichtet Fries. Zunächst war Keramik aus dem 13./14. Jahrhundert ans Tageslicht befördert worden: Bei etwa 1,60 Meter Tiefe war man darauf gestoßen. Auf diesem Niveau befindet man sich im Mittelalter. Etwas höher dürfte die Residenzzeit gelegen haben. Doch nichts kam ans Tageslicht: kein Hofpflaster, keine glasierte Keramik. "Es muss wohl mal eine Zäsur gegeben haben", vermutet Fries, die zu dieser "zeitlichen Lücke" geführt habe.

Von Anfang an hatte der Archäologe die Reste der alten Burg im Sinn. "Es wird ganz viel darüber spekuliert, wo was gestanden haben könnte. Wir aber haben jetzt die Möglichkeit es wissenschaftlich anzugehen", umreißt Holger Fries den besonderen Reiz dieser Aufgabe. Mit den Fundamentresten an zwei Stellen sei eine Rekonstruktion natürlich noch nicht möglich. "Wir stehen erst am Anfang", betont der Archäologe und ist guter Dinge, dass noch mehr zum Vorschein kommen wird. Die große Chance: Die Leitungen werden nicht unbedingt dort verlegt, wo sie schon lagen. Es werden sozusagen neue Wege gegangen. Fries spricht von rund 180 Metern Leitungsgräben, die den Ausgräbern einen Blick in alle Winkel des Schlossareals gestatten.

An der Nordseite außerhalb des Schlosses habe man zunächst nichts Nennenswertes gefunden, keine Burg-Grundmauern, keine Befestigungsgräben, aber nahe der Wollhalle einen mittelalterlichen Mauervorsprung. Ansonsten habe man einige Scherben entdeckt, Gebrauchsware aus der Schlossküche. In den 1970er-Jahren, so berichtet der Archäologe, habe es eine große Beräumung wohl bis in drei Metern Tiefe gegeben mit dem Ergebnis, dass es heute totes Gelände für die Archäologen ist.

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