Gespinnstmotte : Gespenstisch, aber ungefährlich

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Insbesondere wenn Pflanzen im eigenen Garten betroffen sind, ist dies immer wieder Anlass zur Sorge.

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14. Juni 2018, 20:45 Uhr

Seit Mai finden sich vielerorten an Weißdorn, Pfaffenhütchen und Traubenkirschen, aber auch an Schlehen, Apfel- und Pflaumenbäumen weiße Gespinste. Teilweise bedecken diese die kompletten Büsche und bieten einen gespenstischen Anblick. Insbesondere wenn Pflanzen im eigenen Garten betroffen sind, ist dies immer wieder Anlass zur Sorge. Verursacher sind, entgegen aller Erwartungen, keine Spinnen, erklärt Dr. Antje Krüger vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (Lallf). Vielmehr werde das Phänomen durch die Raupen einer bestimmten Schmetterlingsfamilie, namens Gespinnstmotten (Yponomeutidae) verursacht. Die Raupen sondern Gespinstfäden ab, um sich vor Fraßfeinden und ungünstiger Witterung zu schützen.

Gespinnstmotten sind weltweit verbreitet, alleine in Mitteleuropa leben etwa 60 Arten. In unseren Breiten findet man am häufigsten die Spindelbaumgespinstmotte (Yponomeuta cagnagella), die Traubenkirschengespinstmotte (Yponomeuta evonymella) sowie die Apfelbaumgespinstmotte (Yponomeuta malinellus). In manchen Jahren, wie in diesem, kommt es zu Massenvermehrungen. Dementsprechend werden ganze Pflanzen eingesponnen und komplett kahl gefressen. Krüger: „Eine Gefahr für den Menschen sind die Raupen der Gespinstmotten nicht. Sie mögen allenfalls ekelerregend sein. Befallene Büsche und Bäume treiben in der Regel wieder aus.“

Empfehlung der Fachfrau: Um den Garten gespinstfrei zu halten, sollten Kleingärtner ihre Bäume im Frühjahr kontrollieren und beginnende, bewohnte Nester ausschneiden und verbrennen oder im Hausmüll entsorgen. Biologische Gegenspieler sind verschiedene Nützlinge wie Raubwanzen, parasitierende Wespen und Meisen. Sie lassen sich durch Insektenhotels, Steinhaufen und Nistkästen in die Gärten zu locken. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln dagegen sei in der Regel sinnlos. Die Raupen würden durch das Gespinst geschützt, so dass Insektizide sie nicht erreichten.
 

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