Enttäuschung in Kluess : Gespanntes Warten auf den ungeliebten Kreisel

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Jetzt steht fest: In Klueß wird es keinen separaten Füßgängerüberweg über die B104 geben.

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09. August 2016, 20:45 Uhr

Endgültig begraben werden müssen offenbar Vorstellungen einer speziellen Querung der Bundesstraße 104 in Klueß. Seit Jahren fordern Einwohner des Güstrower Ortsteils, dass ein Zebrastreifen, eine Verkehrsinsel oder eine Bedarfsampel installiert werden, damit speziell Kinder und Ältere gefahrlos über die Straße gehen können. Alle Vorstöße der Stadtverwaltung in Richtung Straßenbauamt, auch für eine eventuelle Reduzierung der erlaubten Geschwindigkeit durch die Ortschaft, fruchteten nicht. Zählungen des Verkehrs ergaben angeblich zu geringe Fahrzeugzahlen, die täglich durch Klueß rauschen. Und mit der inzwischen realisierten Herabstufung der durch den Ort führenden Bundesstraße 103 zur Landesstraße sanken die Chancen weiter.

Montagabend hatte Bürgermeister Arne Schuldt noch eine Überraschung für die Klueßer parat, als er sich zur jährlichen Einwohnerversammlung mit 20 Klueßern traf. „Neueste Erkenntnis“ nämlich sei: Durch Klueß führt auf einer Seite der Teterower Chaussee ein Fußweg. Und auf der anderen ein Radweg. Aus behördlicher Sicht heißt das: ein Übergang für Fußgänger wäre gar nicht erforderlich – weil es dort ja gar keine Fußgänger gibt! So jedenfalls die Behördenlogik. Die richtet sich nach Gesetzen und Verordnungen. Und wo kein Weg ist, kann auch kein Fußgänger sein. „Darauf hätten wir auch früher kommen können“, musste Bürgermeister Schuldt jetzt eingestehen. Die ganzen Zählungen und Messungen, die ohnehin nichts brachten, hätte man sich also sparen können…

Tatsächlich soll es so sein, dass beiderseits der Straße durchaus bewusst so „schmal“ gebaut wurde, erläuterte Schuldt. Der bei der Komplettsanierung zur Verfügung stehende Platz nämlich hätte für beidseitige kombinierte Fuß-/Radwege nicht ausgereicht. 250 Meter wären auf jeder Straßenseite erforderlich gewesen, um Fuß- und Radweg beidseitig zu bauen. In der konkreten Situation blieben aber nur etwa 1,20 Meter maximal. Für breitere Wege hätten also sämtliche Eigentümer links und rechts der Straße von ihren Grundstücken etwas abgeben müssen – ein Ansinnen mit wohl nur geringen Erfolgsaussichten. Um nun in beiden Richtungen Fußgänger und Radfahrer von der Straße zu bekommen, hätte man sich damals für die immer noch aktuelle Ausführung entschieden.

Was den Klueßern bleibt ist nun die Hoffnung auf den Kreisel. Der, von vielen Einwohnern ohnehin als fragwürdig angesehen, soll immer noch in den Plänen zur flüssigeren Verknüpfung von Landes- und Bundesstraße stehen. Vor einem Jahr hatte die Stadtverwaltung ihren Bürgern sogar schon eine große technische Zeichnung mit dem Entwurf präsentieren können. Die liege bisher jedoch nur als „Papiertiger“ im Stralsunder Landesstraßenbauamt, das für die Bundesstraßen in Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist. „Klueß steht dort nicht oben in der Prioritätenliste“, weiß Bürgermeister Schuldt.

An der Stadt solle es liegen. Die Bereitschaft zur Beteiligung an den Kosten sei erklärt worden und in Stralsund bekannt, sagt Schuldt. Allein schon mit einer sicheren Bushaltestelle sei die Stadt mit im Boot, sollte der Kreisel gebaut werden. Hinzu käme dann die klare Forderung, für sichere Überwege für Fußgänger zu sorgen. Bisher jedoch gebe es aus Stralsund keine definitive Aussage, wann die Umgestaltung des Einmündungsbereiches losgehen soll.

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