Sterbebegleitung Güstrow : Gesichter des Hospizdienstes

Sabine Büssow (l.) und Manuela Engler vor dem Haus der Caritas in dem der ambulante Hospizdienst seinen Sitz hat.
Sabine Büssow (l.) und Manuela Engler vor dem Haus der Caritas in dem der ambulante Hospizdienst seinen Sitz hat.

Sabine Büssow und Manuela Engler sind die neuen Koordinatoren beim Hospizdienst in Güstrow.

svz.de von
16. September 2015, 06:48 Uhr

Sabine Büssow (55) und Manuela Engler (36) sind die beiden neuen Koordinatorinnen des Ambulanten Hospizdienstes „Christophorus“ mit Sitz in Güstrow. Damit übernehmen sie derzeit die Arbeit gemeinsam, die bis zum Mai dieses Jahres Heidi Hahnemann ausgefüllt hatte.

Sie teilen sich die Aufgaben im großen Einzugsbereich, der von Sternberg bis Malchin und Gnoien sowie von Bützow und Schwaan bis nach Hohen Demzin reicht. So soll erst einmal bis Dezember die Arbeit abgedeckt werden, bis Helke Marienhagen in Teterow, eine dritte Mitarbeiterin, aus ihrem Mutterschutz zurück kommt.


„Da zu sein – für mich selbstverständlich“


Für diese Mitarbeiterin kam Sabine Büssow überhaupt erst in diese Region. Nun wurde ihr Vertrag durch den Weggang von Heidi Hahnemann verlängert. Derzeit führt sie in Teterow einen zweiten Haushalt, um ihre Arbeit als Koordinatorin überhaupt leisten zu können. Zehn Jahre lang war sie Leiterin einer Seniorenbegegnungsstätte. 2009 absolvierte sie eine Ausbildung zur Hospizhelferin und arbeitete zunächst auf der Insel Rügen in diesem Bereich. Manchmal helfe den Angehörigen von Kranken oder Sterbenden bereits ein Gespräch mit einer neutralen Person. „Für mich ist es selbstverständlich, für Sorgen von Familien da zu sein“, sagt Sabine Büssow, die neben weiteren Aufgaben auch Ansprechpartnerin für Trauerbegleitung ist. Eine feste und eine offene Trauergruppe werden in Teterow von der Hospizmitarbeiterin Eva Schorling vom Trauernetzwerk begleitet.

Manuela Engler aus Güstrow beschäftigt sich derzeit mit der Ausarbeitung eines Konzepts für die kommende Ausbildung von ehrenamtlichen Hospizhelfern und betreut die Gruppenabende einmal im Monat. Die Sozialpädagogin hat bisher in der ambulanten und stationären Jugendhilfe gearbeitet und ist seit Mai dieses Jahres für zehn Stunden beim Hospizdienst angestellt. „Durch meine Ausbildung zur Hospizhelferin vor vier Jahren bin ich bereits in die Gruppe hinein gewachsen“, erzählt sie. Die Begleitung von Sterbenden und ebenso das Zuhören und Anteil nehmen liegen der 36-Jährigen am Herzen. „Ich sehe mich als Übergangsbegleiterin, weil ich glaube, dass es nach dem Tod weiter geht“, sagt Manuela Engler. Darum könne sie auch ganz ruhig bei Sterbenden sein. Ein wichtiger Punkt für sie sei auch, dass sie die Blickrichtung ändere. „Ich sehe mein eigenes Leben in einem anderen Licht und mit einer gesunden Demut“, betont sie.

Aktuell werden in Teterow sechs und in Güstrow zwölf Begleitungen durch den Ambulanten Hospizdienst abgedeckt. Getragen wird dieser durch eine Kooperation von Caritas und Diakonie, mit Sitz in der Schweriner Straße 97 in Güstrow. Insgesamt sind es etwa 45 Frauen, die sich ehrenamtlich als Hospizhelferinnen engagieren. „Es ist aber nicht nur ein Geben. Als Hospizhelfer bekommen wir viel Dankbarkeit zurück“, so Sabine Büssow.

Im April 2016 wird ein neuer Kurs für Hospizhelfer beginnen. Dafür sind noch Anmeldungen möglich. Interessierte können sich unter Telefon 03843/7 21 30 oder 03996/15 42 70 melde. Auch Anfragen bezüglich einer Trauer- oder Sterbebegleitung sind unter den genannten Telefonnummern möglich.

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