Stolpersteine : Geschichte bleibt lebendig

Geschichte wird lebendig: Elisabeth Eckert, Hannes Eckert, Johanna Rüter und Lorenz Katenbrink (v.l.) putzen die Steine und beschäftigten sich mit der Geschichte der Menschen.
Geschichte wird lebendig: Elisabeth Eckert, Hannes Eckert, Johanna Rüter und Lorenz Katenbrink (v.l.) putzen die Steine und beschäftigten sich mit der Geschichte der Menschen.

Schüler der Freien Schule Güstrow putzten gestern Stolpersteine

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18. Juni 2015, 06:00 Uhr

Nun glänzen sie wieder – die 17 Stolpersteine in Güstrow, die an die deportierten und ermordeten Juden der Stadt erinnern. Gestern wurden die Steine von Schülern der Klassen 7 und 8 der Freien Schule Güstrow ordentlich geputzt. Seit einigen Jahren bereits hat es sich Lehrerin Peggy Tetzlaff zur Aufgabe gemacht, so den Kindern die Geschichte noch deutlicher werden zu lassen. „Wir haben gerade mit unseren Schülern im Unterricht über Anne Frank gesprochen und da passte es vom Thema genau“, sagt sie.

Nach einer kurzen Einführung von Güstrower Pastor i.R. Folker Hachtmann zum ehemaligen Jüdischen Gemeindehaus und der Synagoge teilten sich die Schüler in verschiedene Gruppen auf, um den Stolpersteinen in der Baustraße, Krönchenhagen, Domstraße und Hansenstraße wieder neuen Glanz zu verleihen. Dabei kamen die jungen Leute auch ins Nachdenken. „Die Geschichte ist krass“, sagte Hannes Eckert nur. Elisabeth Eckert war schon das zweite Mal bei der Putzaktion dabei und immer wieder geht ihr die Geschichte der Juden nah. „Ich bin schockiert und es macht mich sprachlos“, so die Schülerin.

Somit wird Geschichte tatsächlich lebendig, wie es sich Peggy Tetzlaff wünscht. Folker Hachtmann sieht neben dem äußeren Effekt, dass die Steine im Stadtgebiet nun wieder ansehnlich glänzen, noch einen wichtigen Aspekt. „Die Schüler werden so heran geführt an die Personen, an die jüdischen Menschen. So wird das, was geschehen ist, nicht in Vergessenheit geraten“, hofft er.

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