Gutow : Gerade beschlossen und schon wieder gestoppt

Bürgermeister Martin Poppe (l.) und Eckard Stellmacher, Vorsitzender des Boots- und Anglervereins, freuen sich auf viele Besucher und haben gutes Wetter bestellt.
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Bürgermeister Martin Poppe (l.) und Eckard Stellmacher, Vorsitzender des Boots- und Anglervereins, freuen sich auf viele Besucher und haben gutes Wetter bestellt.

Gemeinde Gutow kämpft seit fünf Jahren um Bau der Dorfstraße Bülow und des Brunnenweges Bülower Burg

svz.de von
26. März 2014, 06:00 Uhr

Gerade wieder einmal beschlossen und schon wieder gestoppt. So ergeht es der Gemeinde Gutow bereits seit fünf Jahren, wenn es um die Sanierung des zweiten Teils der Dorfstraße in Bülow bis zum Gutshaus geht. „Dieses Mal glaubten wir, dass es klappt, aber schon einen Tag nach dem Beschluss unseres Haushaltes erfuhren wir, dass wir wieder keine Fördermittel erhalten“, schüttelt Bürgermeister Martin Poppe mit dem Kopf. Betroffen ist auch der Brunnenweg in Bülower Burg.

Beide Vorhaben sollten 2014 die größten Investitionen sein. Einen Strich durch die Rechnung macht der Gemeinde die ausgelaufene EU-Förderperiode 2013. Für die neue gebe es noch keine Richtlinie, heißt es aus dem Bauamt des Amtes Güstrow-Land. Eventuelle Mittel müsste das Land vorschießen. Bei knappen Kassen sei das aber unwahrscheinlich. Kerstin Prüß vom Bauamt: „Wir haben zwar noch keine schriftliche Absage. Aber es wird höchstwahrscheinlich so geschehen.“

Für beide Projekte hält die Gemeinde Eigenmittel bereit. An der Finanzierung sind zu 65 Prozent laut Satzung aber auch die Anlieger beteiligt. In Bülow geht es um 400 Meter Dorfstraße. Gebaut werden soll sie mit Regenentwässerung, Beleuchtung und voraussichtlich einem Gehweg. Ähnlich saniert werden soll der Brunnenweg. Zu diesem Weg hat sich die Gemeinde bekannt, weil er besonders schlecht ist. Hier handelt es sich um 500 Meter bis zur Bungalowsiedlung Nord, Richtung Parumer See. Die Kosten für beide Straßen belaufen sich auf 217 000 Euro.

Bleibt ein weiteres Manko für den Etat 2014. Den sieht Poppe in „einem Haufen Mehrausgaben“ durch die Kreis- und Amtsumlage. „Das frisst ein Vielfaches von dem auf, was wir an Schlüsselzuweisungen vom Land und durch Einnahmen bekommen“, so der Bürgermeister. Deshalb musste die Gemeinde in den Sparstrumpf greifen und den Etat mit 56 000 Euro ausgleichen.

Positiv für die Gemeinde ist dagegen, dass die Verhandlungen zur Privatisierung des Kindergartens „Inselseeschwalben“ vor einem guten Ende stehen. „Es ist zwar nicht schön, dass wir als Gemeinde nicht mehr unserer Verantwortung nachkommen können. Aber dass sich mit dem DRK ein Betreiber gefunden hat, relativiert die Sache“, erklärt Poppe. Aber die Gemeinde hätte es wirklich nicht mehr gewuppt. „Wenn wir weiter zwischen 30 000 und 50 000 Euro im Jahr hätten zuschießen müssen, wären wir pleite gegangen“, sagt der Bürgermeister (wir berichteten). Mit dem DRK sieht er einen potenziellen Betreiber, der sogar einen Ausbau bzw. Neubau des gut ausgelasteten Kindergartens in Erwägung ziehen soll.

Eine Entscheidung wird es demnächst zu gemeindeeigenen Wohnungen bzw. Häusern geben. Poppe kündigt an, das sich die Gemeinde höchstwahrscheinlich vom Gemeindehaus Ganschow trennen wird. Gegenwärtig wird die Rentabilität der Häuser in Bülower Burg, Gutow und Ganschow überprüft. Das Problem sind zu hohe Ausgaben. Ganschow könnte es sein, weil der Schönwolder Verein „Gans-Schön“, der das Haus nutzt, auch nicht mehr mit den Kosten klar kommt, so Poppe. Anders sieht es in Bülower Burg aus, wo sich Einnahmen und Ausgaben aufrechnen. Wie auch fast beim Mühlengebäude in Gutow. In dem befinden sich die Feuerwehr sowie Räume für die Jugendlichen und Senioren. Kosten im Jahr: rund 850 Euro.


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