Kommunalwahl 2014 : Genügend Bewerber für Wahl 2014?

Nach Diekhof und Gülzow-Prüzen auch Hoppenrade mit Nachwuchsproblem vor Kommunalwahlen / Landrat sorgt sich und bietet Hilfe an

Dieter Massmann wird zu den nächsten Kommunalwahlen nicht wieder antreten. 15 Jahre war der Hoppenradener (59) in seiner Gemeinde der Bürgermeister. In Diekhof gibt es nach dem Rücktritt von Ralf Lenz derzeit keinen Bürgermeister, die Gemeinde wird von einem Beauftragten ehrenamtlich geführt. Und wenn am 12. Januar in Diekhof die Gemeindevertretung gewählt wird, gibt es mit Ach und Krach wenigstens die Mindestzahl von sechs Bewerbern. Das höchste Amt im Dorf will dagegen niemand. In Gülzow-Prüzen rumort es ebenso, ist von Bürgermeister Karl-Heinz Kissmann zu hören. Die Sorge ist überall die gleiche: Zunehmend schrumpfende Kassen lassen den Gemeinden immer weniger Luft zum Atmen. Dieter Massmann bringt es auf den Punkt: „Nur das Defizit verwalten – wer will das schon?“

Die schlechte Stimmung in vielen Kommunen im Landkreis ruft Landrat Sebastian Constien auf den Plan: Ob es am 25. Mai 2014 genügend Kandidaten für die Gemeindevertretungen und die Bürgermeisterämter gibt? In einem Brief an Vorsteher und Verwaltungschefs in den Ämtern verleiht Constien seiner Sorge Ausdruck: „In vielen Gemeinden besteht entweder nur noch ein sehr eingeschränkter finanzieller Handlungs- und Gestaltungsspielraum oder dieser ist bereits weggefallen. In der Folge kann nicht ausgeschlossen werden, dass es keine ausreichende Anzahl an Bewerbern gibt, Mandate unbesetzt bleiben oder gar keine Vertretung gewählt werden kann.“ Constien will sich ein Bild verschaffen, bietet derweil Unterstützung an bei der Suche nach Lösungsansätzen und verweist auf mögliche Konsequenzen für die Gemeinden.

So weit ist man in den Ämtern indes noch nicht. Im Januar werden erst die Wahlbekanntmachungen veröffentlicht, dann werde man sehen, sagt Sabine Schwarz, Leitende Verwaltungsbeamte im Amt Güstrow-Land. Bisher habe sie keine Anzeichen in ihrem Amt, dass nicht in jeder Gemeinde genügend Kandidaten geben wird. Ernsthaft beschäftigen wolle man sich damit nach dem Jahreswechsel, sekundiert Amtsvorsteher Fred Lange.

Günter Schink sieht es dagegen sehr wohl „problematisch, die Leute zu begeistern“. Speziell für die ehrenamtlichen Bürgermeisterämter werde es schwierig, prophezeit der Amtsvorsteher von Laage-Land. Viele aktuelle Gemeindevertreter würde eine neuerliche Kandidatur von der Haltung des Bürgermeisters abhängig machen, vermutet Schink. „Wer will schon der Prellbock sein, wenn kein Geld da ist und dafür die Bürger geschröpft werden sollen.“

„Es hält sich im Großen und Ganzen im Rahmen“, glaubt Dagmar Lehsten aus dem Amt Krakow am See zu wissen.Einen Lösungsweg für Hoppenrades Probleme  sieht sie derzeit nicht. Doch nur weil ein „alter“ Bürgermeister ausscheidet, müsse es ja nicht heißen, dass es keinen Nachfolger geben wird, meint die Verwaltungschefin.

Dennoch: Für Hoppenrade sieht der Bürgermeister eine „realistische Gefahr für die kommunale Selbstverwaltung“. Er wisse von sieben seiner derzeit acht Gemeindevertreter, die auch nicht wieder antreten wollen. Dieter Massmanns Sorge: „Damit ist die Existenz der Gemeinde gefährdet.“ Für die Diekhofer ist der 25. Mai eine neue Chance, sich auch wieder einen Bürgermeister zu wählen. Nur bewerben muss sich halt erst mal jemand.

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