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Güstrower Anzeiger

20. November 2017 | 14:55 Uhr

Generalangriff auf Schlagloch-Parade

vom

svz.de von
erstellt am 14.Feb.2013 | 06:36 Uhr

Güstrow | Verhaltenes Aufatmen bei den Autofahrern: Die Schlaglöcher in der Rostocker Chaussee und in der Neukruger Straße in Güs trow wurden gestern beseitigt. Das Straßenbauamt Güstrow repariert auch heute noch, was das Zeug hält, verspricht Ronald Normann, amtierenden Amtsleiter des Straßenbauamtes Güstrow. Ein Lichtblick für Bundes- und Landesstraßen.

Derweil reißen die Diskussionen über den miserablen Zustand von Stadtstraßen in Güstrow reißen nicht ab. Dabei richtet sich der Vorwurf der Bürger mehr und mehr auf Versäumnisse vergangener Jahren. Allein der Winter könne solche Schäden nicht hervorrufen, so brutal seien die Temperaturschwankungen, die gern als Grund für bröselnde Straßenbelege genannt werden, nicht. Vermutet wird vielmehr, dass unterlassene Straßenunterhaltung - stets mit dem Hinweis, dass bei einem nicht genehmigten Haushalt keine Investitionen möglich sind - sich jetzt rächen würde, die Probleme also eher hausgemacht seien.

Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt widerspricht. Selbstverständlich müsse die Stadt handeln, wenn die Löcher so groß seien, dass Verletzungs- und Unfallgefahr bestehe. Das werde auch getan, wenn der Haushalt nicht genehmigt sei. Aber im vergangenen Jahr habe es die Situation nicht gegeben. "Wir hatten meistens eine Rissbildung", erklärt er. Das falle nicht unter die Verkehrssicherungspflicht. Die aktuelle Situation sei natürlich schwierig, räumt Schuldt ein. Das generelle Problem liege meist in nicht grundhaft ausgebauten Straßen. Bestes Beispiel sei die Eisenbahnstraße. Dort befinde sich unter dem Asphalt das alte Pflaster. Er, Schuldt, habe sogar schon vorgeschlagen, den Asphalt bis auf das Pflaster abzufräsen. "Aber dem ist bisher keiner gefolgt." Die Stadt werde aber die größten Löcher flicken, erklärte Schuldt gestern. Das aber nur mit Kaltmischgut. "Heißmischgut werden wir nicht einsetzen. Beim Stand der Technik wird das bei solchen Temperaturen nicht empfohlen, weil es auch nicht die nötige Qualität liefert", sagt Schuldt. Sofern es die Temperaturen zulassen, so der Bürgermeister weiter, werde der Stadtbauhof loslegen.

Für den Bereich der Bundes- und Landesstraße wehrt auch Ronald Normann einen solchen Vorwurf wie für die Güstrower Straßen ab. "Es ist das Wetter, das alte Straßen sprengt. In Größenordnungen haben wir die Probleme bei 15 bis 20 Jahre alten Straßen", sagt er. Das Straßenbauamt habe seit Jahren eine in etwa konstante Summe für Straßenbau und -unterhaltung zur Verfügung. Er könne die derzeitige Hysterie nicht nachvollziehen. An Bundes- und Landesstraßen gebe es diesen Winter nicht mehr Schäden als in vergangenen Jahren. "Dramatisch ist allerdings die B 108 bei Laage. Die Situation konnten wir mit Kaltmischgut nicht mehr beherrschen. Dass der Beton unter der Asphaltdecke derart hoch friert hat uns überrascht", sagt Normann. Deshalb habe es einige Zeit gedauert. Man habe mit Asphalt-Mischwerken, die normalerweise im Winter nicht arbeiten, verhandelt und könne nun ein Heißmischgut einsetzen. Das halte deutlich länger als Kaltmischgut, das oft genug schon nach Tagen wieder heraus gefahren ist, so Normann.

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