Vereine in der Region : Gemeinschaft: Hier passt alles zueinander

Der Vorstand: Maik Westenberger (r.) ist der Vorsitzende, Rainer Pischel der Finanzer im Kleingartenverein „Bau auf“.
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Der Vorstand: Maik Westenberger (r.) ist der Vorsitzende, Rainer Pischel der Finanzer im Kleingartenverein „Bau auf“. Fotos: Christian Menzel

Güstrower Kleingartenverein feierte 70-jähriges Bestehen der Anlage „Bau auf“ in der Goldberger Straße

svz.de von
22. August 2016, 05:01 Uhr

Wenn Maik Westenberger, Vorsitzender des Kleingartenvereins „Bau auf“, in seinem Garten arbeiten will, nimmt er den hinteren Eingang. Ist er als Vorsitzender unterwegs, wählt er die vordere Pforte und wird auch prompt von Gartenfreunden angesprochen. „Dann dauert es schon mal bis zu eineinhalb Stunden, ehe ich meinen Garten erreicht habe“, schmunzelt der 46-Jährige. „Aber Kommunikation ist wichtig und so habe ich den direkten Draht zu den Vereinsmitgliedern“, fügt er an.

Mit einem gut besuchten Sommerfest, bei dem auch für Kinder viel geboten wurde, feierten die Gartenfreunde unlängst das 70-jährige Bestehen ihrer Anlage. Und Grund zu Optimismus haben die Kleingärtner allemal. Aktuell sind von den 122 Gärten nur zwei unbesetzt und warten auf neue Mieter. „Über Mundpropaganda spricht sich herum, dass wir eine gute Anlage sind, so dass die beiden Gärten sicher nicht lange frei sein werden“, sagt Westenberger. Als kontraproduktiv empfindet er aber die jüngsten massiven Pachterhöhungen. Der Kreisverband handelte mit der Stadt jetzt einen Kompromiss aus, der diese Erhöhung in zwei Stufen vorsieht. „Besser wäre gewesen, früher mit der Steigerung anzufangen und dann in kleineren Schritten“, sagt der Vereinschef, der auch Mitglied im Vorstand des Kreisverbandes ist.

Interessiert ist der Verein an der Aufnahme junger Familien mit Kindern. Damit sich die jüngsten Gartenfreunde, die vielleicht später einmal in die Fußstapfen der Eltern treten, wohl fühlen, werden einige Voraussetzungen geschaffen. Neben regelmäßigen Kinderfesten wird demnächst begonnen, einen Spielplatz für die Anlage einzurichten. Den Beschluss dazu hat die Mitgliederversammlung bereits gefasst. Überhaupt sind die Vereinsmitglieder ständig dabei, ihre Anlage zu verschönern. Vor drei Jahren wurde ein kleiner Parkplatz angelegt und das Vereinshaus saniert. Unter anderem wurde eine neue Kücheneinrichtung angeschafft und der Fußboden erneuert. Demnächst ist vorgesehen, die Wasserleitung tiefer zu legen, damit das Haus auch im Winter genutzt werden kann. „Dach und Elektroleitungen stehen ebenfalls auf der Liste unserer Vorhaben“, sagt Rainer Pischel, der im Verein die Finanzen verantwortet.

Das Vereinshaus kann auch gemietet werden. „Bis zu 40 Personen können hier Geburtstage, Hochzeiten, Ehe-Jubiläen oder ähnliches feiern“, versichert Westenberger.

Laut Satzung ist jedes Mitglied verpflichtet, übers Jahr fünf Arbeitsstunden für die Anlage zu leisten. „Die meisten machen das auch und einige sind bei Arbeitseinsätzen immer dabei“, sagt Westenberger, der sich auf einige „gute Seelen“ verlassen kann. Wie auf Mario Drews, der sich um das Vereinshaus kümmert. Oder Manfred Schäfer, der für die Werkzeuge und Geräte der Gartenanlage zuständig ist und darüber hinaus knapp 700 Quadratmeter Gartenland bewirtschaftet. Zum jüngsten Sommerfest wurden einige Gartenfreunde für eine über 50-jährige Mitgliedschaften geehrt.

Zum Vereinsleben gehören Veranstaltungen in der Gemeinschaft. So stehen Feste im Plan, es gibt Grillabende und Mitbring-Partys und hin und wieder trifft man sich am Traditionsfeuer. Seit 2000 veranstaltet Rainer Pischel jedes Jahr ein Skatturnier. Dazu werden sieben Runden gespielt, der Sieger bekommt eine Urkunde und einen vom Verein gestifteten Pokal und zum Abschluss gibt es ein Fest mit den Ehepartnern. „Ein Kleingarten darf nicht nur Arbeit verursachen, man muss auch Freude in der Gemeinschaft erleben können. Es muss alles zueinander passen“, sagt Maik Westenberger. Im Verein „Bau auf“ tut es das.




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